Uruguay und Portugal sind einander wohl ähnlicher als sie wollen

Uruguays “goldene Generation” will Geschichte schreiben

Samstag, 30. Juni 2018 | 01:00 Uhr

Pragmatisch, schwer zu schlagen, angeführt von ikonischen Stürmern und trainiert von alten Haudegen – vor ihrem Achtelfinalduell am Samstag (20.00 Uhr/live ORF eins) in Sotschi vereint Europameister Portugal und Uruguay wohl mehr als sie trennt. Einen echten Favoriten gibt es ebenso wenig wie große Hoffnung auf ein Torfestival. Uruguays “goldene Generation” will jedenfalls “Geschichte schreiben”.

Das erklärte vor dem Duell zumindest Stürmer Luis Suarez, der bei der WM 2014 mit seiner Bissattacke gegen Italiens Giorgio Chiellini unrühmlich in die Annalen einging. Im folgenden Achtelfinale fehlte er gesperrt, Uruguay verabschiedete sich mit einem 0:2 gegen Kolumbien. Vier Jahre später soll alles anders werden, nach Weltmeister Deutschland auch der Europameister die Heimreise antreten. “Die Partie gegen Portugal ist wie ein Endspiel. Und Endspiele werden nicht gespielt, sie werden gewonnen”, tönte Uruguays Defensivmann Diego Laxalt.

Bei Portugal ist man nicht gewarnt. “Wir müssen aufpassen”, warnte Coach Fernando Santos, der von der Klasse seiner Mannschaft aber überzeugt ist: “Ich vertraue meinen Spielern voll und denke, dass wir es in die nächste Runde schaffen werden.” Abwehrspieler Cedric Soares ist ebenfalls zuversichtlich: “Uruguay hat eine exzellente Mannschaft. Aber wir haben auch unsere Waffen.”

Die gefährlichste davon heißt Cristiano Ronaldo. Auch wenn er nach seinem Siegtreffer zum 1:0 gegen Marokko im letzten Gruppenspiel etwas schwächelte. Beim 1:1 gegen Iran verschoss “CR7” einen Elfmeter und entging nach einem Ellbogencheck nur mit Glück einem Platzverweis. Zum Auftakt der K.o.-Runde ist es wieder an der Zeit für eine Ronaldo-Gala, erst recht gegen die bisher einzige Null-Gegentor-Defensive des Turniers.

Deren Aushängeschilder sind Routinier Diego Godin und Youngster Jose Maria Gimenez, der nach überstandener Muskelverletzung wohl wieder dabei ist. Beide kennen Ronaldo bestens, umgekehrt gilt das genauso. Denn Godin und Gimenez bilden auch beim Europa-League-Sieger und spanischen Vizemeister Atletico Madrid ein Abwehrgespann. “Das ist eine unserer Tugenden als Team: Wir sind defensiv solide”, resümierte Godin nach dem überzeugenden 3:0 im letzten Gruppenspiel gegen Russland.

Auf Club-Ebene hat das Duo mit dem Angreifer von Real Madrid zuletzt allerdings so manche schlechte Erfahrung gemacht. Bei den beiden 3:0-Siegen der Königlichen in der Saison 2016/17 (Liga und Champions League) machte Ronaldo alle sechs Tore. Auch das einzige Tor in den Meisterschaftsduellen der vergangenen Saison (0:0, 1:0) ging auf sein Konto.

Offensive Unterstützung dürfte er im Auswahltrikot gegen das erfahrene Abwehrduo wieder von Goncalo Guedes bekommen. Raphael Guerreiro ist nach leichten muskulären Problemen in der Abwehr auch einsatzbereit, nur hinter Mittelfeldmann William Carvalho muss der 63-jährige Trainer Santos noch ein Fragezeichen machen. Kollege Oscar Tabarez, mit 71 Jahren der älteste Coach im Turnier und 2010 mit Uruguay schon einmal im Halbfinale, hat wohl alle Mann an Bord.

Von: APA/dpa/ag.