Spaniens Basketball wollen die US-Topstars wieder fordern

US-Basketballer in Rio vorzeitig gegen Spanien

Donnerstag, 18. August 2016 | 12:14 Uhr

Es sind die beiden besten Basketball-Nationen des vergangenen Jahrzehnts. Wie bereits 2008 und 2012 kommt es im olympischen Herren-Turnier zum Duell der USA mit Spanien – diesmal allerdings verfrüht. Die beiden Teams treffen am Freitag (20.30 Uhr MESZ) in Rio de Janeiro bereits im Halbfinale aufeinander. In Peking und London setzten sich die US-Amerikaner jeweils erst im Endspiel durch.

Die ständigen Nachfragen nach den Spaniern nervten am Mittwoch nach dem souveränen 105:78-Viertelfinalerfolg gegen Argentinien sogar den sonst so stoischen US-Teamchef. Am Ende setzte Mike Krzyzewski aber doch noch zu einer Lobeshymne auf den Europameister an. “Wir haben den ultimativen Respekt für Spanien”, betonte die Trainerlegende. “Sie haben mehr Talent als jedes andere Team auf der Welt außer uns. Wir hatten großartige Spiele gegen sie – und wir erwarten ein weiteres großes Spiel.”

Keine Mannschaft hat die USA in K.o.-Duellen in den vergangenen Jahren so gefordert wie die Spanier. Im Finale von Peking rangen die US-Amerikaner ihren Dauerrivalen mit 118:107 nieder, in London hieß es am Ende 107:100. Und so erwarten die US-Stars auch am Freitag ein enges Spiel. “Es wird eine schwierige Aufgabe”, sagte Carmelo Anthony, der als einziger US-Spieler schon bei den beiden vergangenen Olympia-Duellen dabei war.

Anthony könnte nach 2008 und 2012 als erster Basketballer überhaupt zum dritten Mal Olympia-Gold gewinnen. Eine Reihe großer Stars hatte dem US-Team für Rio nämlich abgesagt, darunter LeBron James. Der 31-Jährige von NBA-Meister Cleveland Cavaliers gab an, die olympische Bühne zu vermissen – und schloss eine Rückkehr 2020 in Tokio nicht aus. “Ich bin nicht aus dem US-Team zurückgetreten”, betonte James. “Ich habe die Tür offen gelassen.”

Vorerst aber sind die US-Amerikaner ohnehin nur auf die Spanier konzentriert. Der Europameister, mit zwei Niederlagen in der Gruppenphase gestartet, zeigte im Viertelfinale seine bisher mit Abstand stärkste Leistung des Turniers. “Sie haben hier zu Beginn nicht sonderlich gut gespielt, aber sie haben jetzt einen Schritt nach vorne gemacht und gegen Frankreich mit einer großartigen Leistung gewonnen”, befand Anthony.

Mit 92:67 schickten die Spanier um ihren Altstar Pau Gasol die Franzosen nach Hause – und beendeten damit auch die Nationalteamkarriere von Frankreichs NBA-Held Tony Parker. Gegen die USA haben die Iberer in elf Basketball-Duellen bei Sommerspielen aber ebenso oft verloren. “Wir spielen jeden Tag gegen sie in der NBA”, erklärte Spielmacher Ricky Rubio von den Minnesota Timberwolves. “Wir wissen, wie schwer es werden wird.”

Seit zehn Jahren sind die US-Amerikaner mittlerweile ungeschlagen. Die bisher einzige Niederlage unter Krzyzewski setzte es im WM-Halbfinale 2006 gegen Griechenland (95:101). Die Spanier holten daraufhin ihren ersten WM-Titel. Seither wird in Spanien von einer “Goldenen Generation” gesprochen. In Rio träumen Gasol und Co. auch von der olympischen Krönung – auch wenn sie als krasser Außenseiter ins Halbfinale gehen.

Die US-Amerikaner hatten im Olympia-Turnier bisher nicht immer unverwundbar gewirkt. Erst gegen Argentinien strahlten sie nach anfänglichen Schwierigkeiten ihre gewohnte Sicherheit aus. “Wir hatten immer das Gefühl, dass wir noch einen Gang zulegen können”, erklärte Kevin Durant, der unumschränkte Star des Teams.

Nach den ersten durchwachsenen Auftritten hatte es in der Heimat bereits Kritik gehagelt. “Die Jungs haben das aber nicht persönlich genommen. Wir sind niemals zufrieden”, betonte Durant, mit 18,5 Punkten pro Spiel bisher bester US-Werfer. Der 36-jährige Gasol hält bei durchschnittlich 17 Punkten und dem Turnier-Topwert von 8,7 Rebounds. Um den zweiten Platz im Finale duellieren einander Australien und Serbien.

Von: APA/dpa/ag.

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