Keys komplettierte das US-Halbfinale

US-Damen-Quartett macht US-Open-Titel unter sich aus

Donnerstag, 07. September 2017 | 05:28 Uhr

Serena Williams hat am 1. September eine Tochter geboren und konnte in den Titelkampf bei den US Open nicht eingreifen. Und trotz ihrer Abwesenheit steht schon vor den Halbfinalspielen in der Nacht auf Freitag fest, dass die Siegerin diesmal wieder aus den USA kommen wird. Denn in der Vorschlussrunde stehen nun tatsächlich erstmals seit 36 Jahren gleich vier US-Damen.

Auch die als Nummer 15 gesetzte Madison Keys setzte sich am Mittwochabend (Ortszeit) in New York im letzten Viertelfinale der Damen in New York gegen die estnische Qualifikantin Kaia Kanepi nach 69 Minuten mit 6:3,6:3 durch. Keys trifft nun auf ihre Landsfrau Coco Vandeweghe. Letztere hatte zuvor die topgesetzte Karolina Pliskova aus Tschechien mit 7:6(4),6:3 ausgeschaltet und damit das zweite Major-Halbfinale ihrer Karriere nach den Australian Open 2017 erreicht.

Vandeweghe besiegelte zudem die neuerliche Wachablöse in der Damen-Tennis-Weltrangliste. Vorjahresfinalistin Pliskova hätte erneut das Finale erreichen müssen, um Nummer eins zu bleiben. Nun übernimmt am Montag die spanische Wimbledonsiegerin Garbine Muguruza erstmals die Regentschaft – als 24. Spielerin überhaupt seit Einführung der WTA-Weltrangliste 1975.

Keys wiederum steht zum zweiten Mal in ihrer Karriere nach den Australian Open 2015 im Halbfinale eines Majors. Bei den US Open standen zuletzt im Jahr 1981 vier US-Damen in der Vorschlussrunde: Chris Evert, Martina Navratilova, Tracy Austin und Barbara Potter. Beim Blick auf alle vier Majors ist das zuletzt 1985 in Wimbledon passiert.

“Das bedeutet die Welt für mich. Hätte mir das jemand vor Wimbledon gesagt, hätte ich das nie geglaubt. Jetzt spielen morgen vier Amerikanerinnen, das ist toll”, freute sich Keys im ausverkauften Arthur Ashe Stadium. Nach zwei Handgelenksverletzungen innerhalb von zehn Monaten ist Keys ein toller Turnaround einer vermurkst geglaubten Saison gelungen. “Ich bin nach Paris heimgeflogen und habe eine Operation gehabt”, erinnerte sich Keys.

Nun wird nach zwei Jahren ohne US-Damen-Titel (Flavia Pennetta 2015, Angelique Kerber 2016) wieder eine Lokalmatadorin die Trophäe in die Luft recken und einen Siegerscheck in Höhe von 3,7 Mio. Dollar (3,10 Mio. Euro) kassieren. Im zweiten Halbfinale treffen die 37-jährige Venus Williams und Sloane Stephens aufeinander. Die 13 Jahre jüngere Stephens hat das bisher einzige Duell der beiden 2015 in der ersten French-Open-Runde gewonnen.

Doch Williams erlebt derzeit im Spätherbst ihrer Karriere einen sensationellen dritten Frühling. Sie stand in diesem Jahr bei den Australian Open (Niederlage gegen Schwester Serena) und in Wimbledon (gegen Garbine Muguruza) jeweils im Endspiel. Dank ihrer Erfolge kehrt sie erstmals seit Jänner 2011 sogar in die Top 5 zurück und könnte mit einem Titel sogar wieder Nummer zwei der Welt werden. “Ich lebe immer noch meinen Traum, das ist einfach toll”, freute sich Williams schon über ihren Halbfinaleinzug.

Die 37-Jährige kann neun Jahre nach ihrem bisher letzten Grand-Slam-Titel 2008 in Wimbledon, nach fünf Wimbledon-Triumphen und zwei US-Open-Titel, nun ein achtes Mal bei einem Grand-Slam-Turnier zuschlagen und auch ihren insgesamt 50. Titel holen. Es wäre ein großartiger Höhepunkt für Williams, die vor 20 Jahren, als das Arthur Ashe Stadium eröffnet wurde, auch schon auf diesem Platz gespielt hatte. 1997 erreichte Venus Williams bei ihren ersten US Open auch gleich das Endspiel. Der Kreis könnte sich im größten Tennis-Stadion der Welt schließen. Und Jung-Mama Serena würde sich wohl genauso freuen, als würde sie selbst auf dem Platz stehen.

Von: apa