USA siegten erstmals seit 2008

US-Golfer gewannen 41. Ryder Cup

Montag, 03. Oktober 2016 | 12:06 Uhr

Nach drei Niederlagen in Folge seit 2008 haben die Golfprofis der USA den Ryder Cup von den Europäern zurückgeholt. Die Amerikaner gewannen die 41. Auflage des prestigeträchtigen Kontinentalwettkampfs gegen Europa in Chaska im US-Bundesstaat Minnesota. Die Titelverteidiger aus Europa waren am Finaltag auch in den Einzeln chancenlos.

Ryan Moore holte am Sonntag im Hazeltine National Golf Club vor 60.000 frenetischen Fans den entscheidenden Punkt zum 17:11-Sieg für die US-Amerikaner. Die Europäer waren mit einem 6,5:9,5-Rückstand in die abschließenden zwölf Einzel gegangen und hatten beim prestigeträchtigen Kontinentalvergleich am Schlusstag nur noch Außenseiterchancen auf den vierten Sieg nacheinander. Für die US-Golfstars ist es der erste Erfolg seit 2008.

Für die Europäer lief auch am Schlusstag nicht viel zusammen, sie holten aus den zwölf Duellen nur 4,5 Punkte. Einzig der Deutsche Martin Kaymer, Henrik Stenson aus Schweden, der Belgier Thomas Pieters und Rafa Cabrera-Bello aus Spanien konnten ihre Matches gewinnen – zu wenig, um die Trophäe zum vierten Mal nacheinander zu verteidigen. Den Europäern hätte ein Endergebnis von 14:14 gereicht.

Überglücklich war der Matchwinner Ryan Moore. Der 33-Jährige hatte als letzter Spieler eine Wildcard von US-Kapitän Davis Love III erhalten. Moore rechtfertigte das Vertrauen mit dem Sieg gegen den Engländer Lee Westwood.

Die Europäer schafften es im Hazeltine National Golf Club nicht, die Partie in den Einzeln wie noch vor vier Jahren gegen die US-Profis zu drehen. 2012 lagen die Europäer in Medinah vor dem Finaltag mit 6:10 hinten und wandelten den Rückstand noch in einen grandiosen Sieg um. Kaymer machte damals mit dem entscheidenden Putt aus zwei Metern das “Wunder von Medinah” perfekt.

Europas Golfer klagten über schlechtes Benehmen einiger amerikanischer Fans geklagt. Masters-Sieger Danny Willett, dessen Bruder Pete vor Beginn in seinem Blog heftig über die oft zu patriotischen US-Zuschauer hergezogen war, meinte: “Ich habe mich zunächst davon distanziert. Nun muss ich einsehen, dass er recht hatte.”

Pete Willett hatte einige US-Fans u.a. als “bellenden Mob von Dummköpfen” bezeichnet. “Leider haben einige amerikanische Fans bestätigt, dass @P_J_Willett korrekt war”, schrieb Danny Willett nun auf Twitter. “Manche Fans wissen einfach nicht, wann es genug ist.”

Einige fanatische US-Zuschauer hatten am Wochenende sogar die Absperrungen zu den Spielern durchbrochen. Der Nordire Rory McIlroy hatte deshalb am Samstag auch die Entfernung eines Fans verlangt. “Manchmal war es einfach zu viel. Aber was kann man erwarten, wenn schon um 7:45 Uhr früh Leute mit einem Bier in der Hand am ersten Tee stehen.”

In der Auswahl von Captain Davis Love war indes ein echter Teamgeist auszumachen, wie er in früheren Jahren oft vermisst worden war. Der oberste Stimmungsmacher war Patrick Reed, der 26-jährige Texaner aus San Antonio. Reed hat noch keines der vier großen Einzelturniere gewonnen. Vielleicht war gerade dies der Grund, dass er den größten Teil seines Engagements auf den Ryder Cup setzte und seine Mitspieler in den Doppeln als Lokomotive mitreißen konnte.

Nicht von ungefähr setzte ihn Captain Love für die Einzel an die oberste Stelle. Weil Europas Captain Darren Clarke die gleiche Überlegung anstellte und seinen Primus Rory McIlroy ebenfalls an die erste Stelle setzte, kam es im Hazeltine National Golf Club schon früh zu einem faszinierenden und unglaublich hochstehenden Match.

In der Vergangenheit hatten die Amerikaner in den Einzeln meistens die Nase vorn gehabt. Die große Ausnahme erlebte man 2012 in Medinah bei Chicago, als sich die US-Golfer trotz eines 10:6-Vorsprungs nach den Doppeln noch überholen ließen. In Chaska dagegen spielten sie ihre grundsätzliche individuelle Überlegenheit konsequent aus. Sie machten klar, wieso sie im Vergleich zu den Europäern in der Weltrangliste im Durchschnitt ungefähr zehn Positionen besser klassiert sind.

Von: APA/dpa/ag.