Die USA sind erstmals seit 1986 nicht bei der Endrunde dabei

USA verpassen Teilnahme an Fußball-WM 2018

Mittwoch, 11. Oktober 2017 | 12:03 Uhr

Die USA befinden sich bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland in der Zuschauerrolle. Am letzten Spieltag der Qualifikation der CONCACAF-Zone (Nord- und Mittelamerika, Karibik) rutschten die Amerikaner bei Schlusslicht Trinidad und Tobago aus. Die USA verpassen damit erstmals seit 1986 ein Weltturnier. Anstelle des WM-Achtelfinalisten von 2014 fährt Panama erstmals zur WM.

1:2 verlor das US-Team beim Karibikstaat, die Tragweite der Niederlage stellte sich aber erst durch die Ergebnisse der Parallelspiele ein. So siegte Panama mit einem 2:1 gegen Costa Rica ebenso gegen eine bereits für die WM qualifizierte Mannschaft wie Honduras mit 3:2 gegen Mexiko. Die Honduraner stehen damit als Gruppen-Vierter im interkontinentalen Play-off gegen Asien-Vertreter Australien. Das Duell wird im November in Hin- und Rückspiel ausgetragen.

Ein Punkt hätte den USA beim Letzten gereicht, um den Start in Russland programmgemäß einzufahren. In Couva auf Trinidad lagen die Gäste nach einem Eigentor von Omar Gonzalez (17.) und einem Treffer von Alvin Jones (37.) zur Pause aber 0:2 zurück. Christian Pulisic von Borussia Dortmund gelang zwar kurz nach Wiederanpfiff (47.) der Anschlusstreffer, mehr war für die Amerikaner jedoch nicht mehr drin.

“Das ist eine Schande”, sagte der erst vor knapp elf Monaten für den entlassenen Jürgen Klinsmann zurückgeholte Teamchef Bruce Arena. “Wir sollten uns für die WM qualifizieren. Ich übernehme die Verantwortung dafür.” Es ist kaum vorstellbar, dass Arena, der die USA 2002 und 2006 zur WM geführt hatte, nach der verpatzten Qualifikation im Amt bleiben kann.

Für die USA, bei denen Klinsmann selbst für ein knappes Achtelfinal-Aus bei der WM 2014 in der Kritik stand, dürfte damit ein neues Kapitel im Fußball beginnen. Nach einem schwachen Auftakt in die nun beendete Qualifikation unter Klinsmann und dessen Betreuerteam mit dem Wiener Andreas Herzog wollte der Verband mit der Rückholaktion von Arena einen neuen Impuls setzen. Der 65-Jährige ließ eine klare Spielidee allerdings bis zuletzt vermissen.

Kritik gab es von Ex-Internationalen. “Ich bin verärgert. Wenn man betrachtet wie das Spiel gelaufen ist, hat es durchgehend an Einsatz gemangelt”, sagte der nun als TV-Experte arbeitende Rekordspieler Cobi Jones. Eine Einschätzung, die mit jener seines ehemaligen Mitspielers Marcelo Balboa einherging: “Dieses Team hat kein Herz gezeigt. Sie haben heute um einen Platz bei der WM gekämpft, aber einige sind über das Spielfeld gejoggt.”

Profiteur der amerikanischen Blamage war in erster Linie Panama, das erstmals im “Konzert der Großen” wird mitspielen dürfen. Der im Finish aufgerückte Innenverteidiger Roman Torres traf in Panama-Stadt in der 88. Minute zum 2:1. Der Jubel nach dem Treffer des US-Legionärs (Seattle Sounders) war grenzenlos.

Dabei waren die Mittelamerikaner, sie hatten im vorletzten Spiel der Qualifikation gegen die USA mit 0:4 verloren, erst durch eine Fehlentscheidung ins Spiel zurückgekommen. Beim 1:1 hatte der Ball die Torlinie nach einer unübersichtlichen Aktion nicht überschritten. Das Referee-Team aus Guatemala entschied dennoch auf Tor. Der Treffer wurde dem bei Lausanne engagierten Gabriel Torres (52.) zugeschrieben.

Honduras darf nach dem blamablen US-Auftritt auf die dritte WM-Teilnahme in Serie hoffen. Beim 3:2 gegen Mexiko fiel das Tor zum Ausgleich auf ebenso kuriose Art und Weise. Mexikos Schlussmann Guillermo Ochoa beförderte einen von der Latte abgeprallten Ball mit dem Hinterkopf ins eigene Netz (53.). Die Honduraner trafen nach einer Stunde durch Romell Quioto dann entscheidend. Die Play-off-Spiele gegen Australien finden am 6. und 14. November statt.

Von: APA/dpa