Wout van Aert (l.) setzt sich hauchdünn durch

Van Aert gewinnt 5. Tour-Etappe – Yates erbt Gelb

Mittwoch, 02. September 2020 | 18:55 Uhr

Mit einem Schock hat für Julian Alaphilippe die fünfte Etappe der 107. Tour de France geendet. Frankreichs Topstar bekam von der Jury eine Zeitstrafe aufgebrummt und verlor sein Gelbes Trikot an den Briten Adam Yates. Der Tagessieg ging an den Belgier Wout van Aert, der sich nach 183 Kilometern von Gap nach Privas im Massensprint vor dem Niederländer Cees Bol und dem Iren Sam Bennett durchsetzte.

Richtig hektisch wurde es bei dieser Etappe erst nach dem Zieleinlauf, als plötzlich Yates als Gesamtführender aufgelistet wurde. “Das ist nicht die Art und Weise, wie ich das Trikot holen wollte. Das will niemand”, erklärte Yates.

Alaphilippe, der die Führung in der Gesamtwertung am zweiten Tag übernommen hatte, erreichte das Ziel neben den Anwärtern auf den Gesamtsieg, Primoz Roglic (Slowenien) und Egan Bernal (Kolumbien), zwar im Hauptfeld, wurde aber mit zwanzig Sekunden bestraft, weil er 17 Kilometer vor dem Ziel eine Getränkeflasche angenommen hatte. Erlaubt ist das auf den letzten 20 Kilometern nicht mehr. “Wir checken das gerade, aber es sieht danach aus, als ob ich eine Flasche genommen habe, als ich nicht sollte”, erklärte Alaphilippe, der gesamt als 16. nun 16 Sekunden hinter Yates liegt.

Nur einen Tag nach dem Coup von Primoz Roglic schlug mit Wout van Aert ein weiterer Akteur der Jumbo-Visma-Mannschaft zu. Van Aert hat seit dem Radsport-Neubeginn Anfang August einen Super-Lauf, fünf Siege, darunter den Klassiker Mailand-Sanremo und das Schotterrennen Strade Bianche holte er sich bereits. “Das war die einfachste Etappe, die ich gefahren bin, aber das Finish war hart”, sagte van Aert, nachdem es lange Zeit ein Stillhalteabkommen im Feld gegeben hatte. “Diese Etappe kam meinen Fähigkeiten entgegen”, fügte der frühere Cross-Weltmeister hinzu.

Am Donnerstag endet die sechste Etappe nach 191 Kilometer auf dem 1.560 Meter hohen Mont Aigoual. Eine richtige Bergankunft ist es nicht, auch wenn es vom Col de la Lusette – einem Berg der ersten Kategorie – 14 Kilometer vor Etappenende noch weiter hinauf geht. Womöglich bietet sich eine gute Chance für Ausreißer.

Von: APA/dpa/ag.