Den "Fünfer" kann Froome heuer wohl nicht zeigen

Veranstalter verhängten Tour-Startverbot gegen Froome

Sonntag, 01. Juli 2018 | 18:10 Uhr

Die Tour de France ist nach zahlreichen Dopingaffären und Streichungen aus den Siegerlisten mehr denn je auf ihren guten Ruf bedacht. So hat der Veranstalter laut einem Bericht der Zeitung “Le Monde” vom Sonntag ein Startverbot gegen den vierfachen Tour-de-France-Gewinner Christopher Froome bei der am Samstag beginnenden 105. Auflage verhängt. Dessen Team Sky hat demnach Protest eingelegt.

Der Tour-Organisator und -Besitzer, die Amaury Sport Organisation (ASO), hätte das Team Sky schriftlich informiert, dass der Brite wegen eines laufenden Dopingverfahrens, das sich negativ auf das Image der Tour auswirke, nicht antreten dürfe, schrieb “Le Monde” und beruft sich auf Quellen, die dem Veranstalter nahestehen. Von den Beteiligten gab es vorerst keinen Kommentar.

Über den Tour-Start von Chris Froome entscheiden am Dienstag drei Juristen. Die Verhandlung vor dem Schiedsgericht des Französischen Olympischen Komitees (CNOSF) findet in Noirmoutier statt. Die Verkündung des Ergebnisses ist für Mittwoch vorgesehen. “Wir sind sicher, dass er am Start steht”, zitierte die Internetplattform “Cycling-news” am Sonntag einen Sky-Sprecher. Mit dem Fall könnte anschließend auch noch das Oberste Sportgericht in Lausanne befasst werden.

Der 33-jährige Brite Froome war auf dem Weg zu seinem Sieg bei der Spanien-Rundfahrt im September 2017 mit einem stark überhöhten Wert des Asthmamittels Salbutamol getestet worden. Laut UCI-Reglement ist das kein Dopingfall, sondern ein “anormales Testergebnis” und Froome darf weiterhin Rennen bestreiten. Er muss aber beweisen, dass keine Manipulationsabsicht vorlag. Dies versuchen Anwälte des Teams mit Gutachten zu erreichen, ein Ende der Affäre ist nicht in Sicht.

Froome startete im Mai auch beim Giro d’Italia, den er ebenfalls gewann, und nahm danach das Double Giro/Tour ins Visier. In Frankreich peilt er seinen fünften Sieg an, der ihn unter die Rekord-Gewinner einreihen würde. Einer von ihnen, der dem Tour-Veranstalter nahestehende Bernard Hinault, hatte zuletzt starke Kritik am Antreten Froomes geübt und Fahrer sogar zu einem Boykott aufgefordert, sollte dieser an der Startlinie stehen.

Wird Froome in der Salbutamol-Affäre nachträglich wegen Dopings bestraft, droht ihm die Streichung aus den Siegerlisten bei Vuelta (2017) und Giro (2018). Die Tour de France will für sich diese Möglichkeit bei der kommenden Auflage ausschließen.

Laut “Le Monde” beruft sich die ASO auf den Artikel 28 des Reglements, wonach sie sich, konform mit den Statuten des Weltverbandes UCI, ausdrücklich die Möglichkeit der Verweigerung einer Teilnahme oder den Ausschluss eines Fahrers bzw. Teams vorbehält, wenn das Image oder der Ruf der ASO oder des Bewerbs darunter leidet.

Von: apa