Erkältung zwang zur Aufgabe

Verkühlung verpatzte Haider-Maurer sein US-Open-Comeback

Montag, 28. August 2017 | 23:10 Uhr

Das Comeback von Andreas Haider-Maurer bei den US Open in New York ist am Montag von einer Verkühlung verpatzt worden. Der 30-jährige Niederösterreicher musste gegen den Russen Jewgenij Donskoj nach 80 Minuten beim Stand von 6:7(3),1:5 aufgeben. Zuvor hatte “AHM” im ersten Satz aufgezeigt und auch einen Satzball vergeben.

“Es ist natürlich bitter, dass es mir jetzt da passiert. Es ist immer bitter, wenn man krank wird”, sagte Haider-Maurer nach seinem Aus. Am vergangenen Dienstag ist der Ex-Wien-Finalist angekommen und schon am Tag darauf hat er gemerkt, dass die Anreise samt Klima-Anlagen seine Gesundheit beeinträchtigt haben. “Es ist total schnell schlechter geworden, ich habe leichtes Fieber gekriegt und ich die ganze Woche mehr oder weniger im Bett verbracht”, erzählte der Wahl-Tiroler. Am Sonntag hat Haider-Maurer nur 45 Minuten trainiert. “Da hätte ich unmöglich ein Match spielen können.”

Er habe schon vor dem Match gewusst, dass sich fünf Sätze sicher nicht ausgehen würden. “Vielleicht, wenn ich den ersten Satz gewinne, dann ist es was anderes. Es ist schon bitter, dass ich den ersten Satz nicht gewonnen habe, weil ich habe meine Chancen gehabt.”

Haider-Maurer hatte seinen ersten Auftritt in Flushing Meadows seit zwei Jahren stark begonnen. Der im ATP-Ranking zuletzt auf Platz 506 geführte Niederösterreicher hielt mit dem 27-jährigen Russen gut mit. Beim Stand von 5:4 war es sogar “AHM”, der den ersten Breakball und damit auch Satzball vorfand. Nach 40 Minuten hätte die ehemalige Nummer 47 der Welt den ersten Satz einstreifen können. Doch ein etwas ungestümer Netzangriff Haider-Maurers wurde von Donskoj mit einem Passierball quittiert.

Der Durchgang ging dann ohne Serviceverlust beider Spieler ins Tiebreak. Als Haider-Maurer bei 3:5 ein Netzroller passierte, hatte Donskoj bei 6:3 drei Satzbälle. Er nützte nach 54 Minuten die erste Möglichkeit. Danach stellte der Weltranglisten-99., der in diesem Jahr in Dubai auch schon Roger Federer eine Niederlage zugefügt hat, mit einem raschen Break auf 2:0 und zog auf 4:1 davon. Haider-Maurer ließ sich dann beim Seitenwechsel eine Tablette geben. Doch nach dem sofortigen neuerlichen Serviceverlust zum 1:5 ließ es der Wahl-Tiroler sein und gab auf.

Auf der ATP-Tour darf man seit 2017 wenn man verletzt oder krank ist, und dies vor Ort ärztlich attestieren lässt, auch ohne sich auf den Platz zu stellen, sein Erstrunden-Preisgeld kassieren. Bei den Grand Slams ist das weiterhin nicht erlaubt. “Ich hätte trotzdem gespielt. Ich habe ja spielen können, der erste Satz war total offen. Nur die Regel ist grundsätzlich total deppert, dass das bei einem Grand Slam nicht geht. Man muss so ehrlich sein, selbst wenn ich voll krank bin, stellt sich fast jeder auf den Platz.” Die brutto 50.000 Dollar (42.344,17 Euro) kann er nach seiner langen Verletzung natürlich besonders gut brauchen.

Haider-Maurer hat in New York das dritte von insgesamt zwölf Events mit “geschütztem Ranking” gespielt. Innerhalb von 12 Monaten muss er diesen Status einsetzen. An der Seite von Nikolos Basilaschwili hat “AHM” auch im Doppel genannt und möchte das auch noch spielen. Er hofft auf eine weitere Besserung seines Gesundheitszustandes.

Seine nächsten Single-Einsätze sind nun Challenger in Banja Luka (BIH), Sibiu (ROU) und Rom. Dort muss Haider-Maurer überall in die Qualifikation, weil er da den Sonderstatus nicht einsetzt. “Für Challenger macht es wenig Sinn. Ich habe für nächstes Jahr schon einen guten Turnierplan aufgestellt”, sagte er. Nach den Australian Open wird er auf der Südamerika-Tour viel auf seinem Lieblingsbelag Sand spielen, danach die French Open. “Da brauche ich die ganzen “protected rankings”.” Danach, so hofft er, ist er im Ranking wieder so weit oben, dass er auch wieder fix auch in Wimbledon dabei ist.

Alles andere als einfach wird die Rückkehr für Haider-Maurer jedenfalls. “Es ist natürlich ein harter Weg, aber da muss ich voll durch. Ich werde mich schon durchbeißen.”

In den Einzel-Bewerben der US Open ist nach dem Ausscheiden von Haider-Maurer als hoffnungsreicher Vertreter noch Dominic Thiem für Österreich im Einsatz. Im Herren-Doppel sind dafür gleich fünf ÖTV-Spieler am Start: Allen voran Oliver Marach, der an der Seite von Mate Pavic (CRO) als Nummer neun gesetzt ist.

Die Wimbledon-Finalisten treffen zum Auftakt auf die US-Wildcard-Paarung Vasil Kirkov/Danny Thomas. Die ersten gesetzten Gegner für Marach/Pavic sind schon in Runde drei zwei US-Doppel-Legenden: Bob und Mike Bryan sind zwar mittlerweile auch schon 39 Jahre alt, allerdings gerade in Flushing Meadows besonders stark. Die Zwillingsbrüder haben die US Open schon fünf Mal gewonnen. Marach hat übrigens als einziger Österreicher auch für das Mixed genannt.

Gleich zum Auftakt mit Gesetzten bekommt es die einzige rein-österreichische Paarung Julian Knowle/Alexander Peya zu tun. Die Routiniers müssen gegen die Mitfavoriten Jamie Murray/Bruno Soares (GBR/BRA-4) auf den Platz. Philipp Oswald spielt mit dem Brasilianer Andre Sa und könnte bei einem Sieg in Runde zwei auf seinen Landsmann Marach treffen. Gemeinsam mit Nikolos Basilaschwili spielt auch auch Haider-Maurer Doppel, erste Gegner sind die Franzosen Julien Benneteau/Edouard Roger-Vasselin.

Von: apa