Schütze Alexander Schmirl lag lange auf Finalkurs

Verpatzte letzte Serie kostete Schmirl Luftgewehrfinaleinzug

Montag, 08. August 2016 | 16:55 Uhr

Eine misslungene Schluss-Serie unter Zeitdruck hat Alexander Schmirl die Finalteilnahme im olympischen Luftgewehrbewerb gekostet. Der Niederösterreicher lag am Montag in Deodoro bis zum sechsten und letzten Zehner-Block in den erforderlichen Top acht, schoss sich dann aber noch aus den Spitzenrängen. Als 15. fehlten ihm 1,8 Ringpunkte auf das Finale. Gernot Rumpler belegte Rang 32.

Schmirl (623,7 Ringe) geriet nach starkem Beginn am Ende der mit 1:15 Stunden begrenzten Wettkampfzeit unter Zugzwang. “Die ersten 40 Schuss waren richtig stark und konsequent geschossen. Bei den letzen 20 habe ich mich mehr beeilen müssen, dann habe ich ein paar Fehler eingebaut”, bilanzierte der 26-Jährige im Gespräch mit der APA. Auch der letzte Schuss ging mit 9,5 daneben. “Es wäre sich aber rechnerisch nicht mehr ausgegangen, das beruhigt ein bisschen, weil 9. oder 15., ist auch schon egal.”

Bis zur letzten Serie schaffte er insgesamt nur dreimal keinen Zehner, in der Schlussphase folgten dann aber zwei verhängnisvolle Neuner. “Die waren unnötig, das waren blöde Fehler”, ärgerte sich Schmirl. Deshalb fiel sein Fazit auch wenig euphorisch aus. “Es war solide und ok, aber nicht gut genug, hier zählt eben nur das Finale.” Nervosität habe aber keine Rolle gespielt, er sei bei seinem Olympia-Debüt nur vor Beginn besonders angespannt gewesen.

Trainer Wolfram Waibel attestierte Schmirl einen insgesamt guten Wettkampf, der erste Olympia-Finaleinzug eines Österreichers seit 2008 blieb aber wie schon bei Olivia Hofmann (10.) aus. “Das war eigentlich einer unserer Lieblingsbewerbe, daher haben wir uns ehrlich gesagt schon mehr erwartet. Aber es ist heute einfach nicht gut genug gelaufen. Schön ist, dass wir bei der Weltspitze dabei, das gibt viel Hoffnung für die nächsten Bewerbe”, sagte Waibel.

Zusätzlich zur bescheidenen letzten Serie von Schmirl habe die Konkurrenz am Ende auch noch zulegen können. “Die anderen haben gleichzeitig sehr gut ausgeschossen”, so der Olympiamedaillengewinner von 1996. Fehlende Routine auf großer Bühne sei aber nicht der Grund für Schmirls schwache Schlussphase. “Er ist normal einer, der am Schluss gut schießt, aber er hat ein bisschen ein Zeitproblem bekommen, weil er zuerst zu viel Energie verbraucht hat.”

Am idealen Rhythmus könne man natürlich arbeiten. Einen Vorwurf an Schmirl gab es aber nicht. “Taktisch passt alles, technisch auch, es ist aber leider nicht der ideale Tag bis zum Schluss gewesen. Heute war es mit dem Stress vielleicht ein bisschen viel.” Ein weiterer Einflussfaktor sei das Ausbleiben der sonst üblichen Schiedsrichteransage der letzten zehn Minuten gewesen, merkte Waibel noch an.

Schmirl hatte aber keineswegs getrödelt, im Gegensatz zu Rumpler (620,4) schoss er ohne längere Pause durch. Der Salzburger verließ aufgrund des wenig zufriedenstellenden Verlaufs zweimal seinen Standbereich, um sich zu sammeln. “Ich bin von Anfang an ins Schleudern gekommen. Ich habe die Stellung nicht richtig aufbauen können, aber ich habe gekämpft, bin zweimal weggegangen für Schadensbegrenzung”, erläuterte der 22-Jährige.

Die gelang aber nicht wirklich. “Einige Sachen waren ganz gut,, aber es waren leider zu viele Fehler dabei”, gab Rumpler zu. Er hoffe nun auf eine Steigerung im Kleinkaliber-Dreistellungsmatch am Sonntag. Die Königsdisziplin hat auch Schmirl nach dem KK-Liegendschießen am Freitag noch vor sich.

Von: apa

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!


wpDiscuz