Im äußersten Fall droht eine Sperre für ein Rennen

Vettel-Hamilton-Vorfall in Baku wird untersucht

Mittwoch, 28. Juni 2017 | 23:14 Uhr

Der Rempler von Sebastian Vettel gegen Lewis Hamilton beim Formel-1-Grand-Prix von Aserbaidschan in Baku könnte weitere Strafen nach sich ziehen. Der Automobil-Weltverband FIA bestätigte am Mittwochabend, dass man den Vorfall noch einmal untersuchen werde, nachdem Vettel am Sonntag im Rennen bereits mit einer 10-Sekunden-Strafe belegt worden war.

Zahlreiche Kommentatoren hatten danach gemeint, der Deutsche wäre damit zu glimpflich davongekommen, nachdem er während einer Safety-Car-Phase offenbar mit voller Absicht den Wagen seines Konkurrenten seitlich touchiert hatte. In Interviews gab der Ferrari-Fahrer wiederholt zu Protokoll, Hamilton hätte ein Bremsmanöver durchgeführt. Nach Analyse der Daten teilte die FIA aber mit, dass der Mercedes-Pilot seine Geschwindigkeit nicht wesentlich verringert hatte.

Die entsprechende Verhandlung soll laut FIA bereits am kommenden Montag und damit am 30. Geburtstag von Sebastian Vettel stattfinden. Eine endgültige Entscheidung soll noch vor dem Österreich-Grand-Prix am 9. Juli in Spielberg gefällt werden.

Vettel war am Sonntag beim Grand Prix in Baku in der 19. Runde aus Wut über ein vermeintliches Bremsmanöver von Hamilton hinter dem Safety-Car absichtlich ans linke Vorderrad des Silberpfeil-Stars gefahren. Der viermalige Weltmeister wurde anschließend mit einer Zehn-Sekunden-Strafe belegt.

Trotz der Sanktion kam Vettel als Vierter vor Hamilton ins Ziel, weil der Brite wegen einer lockeren Nackenstütze einen Zusatzstopp einlegen musste. In der WM-Wertung hat der Deutsche nach dem achten Saisonlauf 14 Punkte Vorsprung auf seinen britischen Titelrivalen.

Für seine Attacke am Kaspischen Meer hatte Vettel zudem drei Strafpunkte im Sündenregister der FIA bekommen. Der Ferrari-Fahrer hat nun insgesamt neun auf seinem Konto. Erhöht sich diese Zahl auf zwölf, wird Vettel automatisch für ein Rennen gesperrt. Nach dem Grand Prix von Österreich am 9. Juli verjähren allerdings zwei seiner Strafpunkte aus der Vorsaison.

Vettels letzte Strafe stammt aus dem Oktober 2016 in Mexiko. Wegen eines verbotenen Bremsmanövers wurde der Deutsche von Platz drei auf Rang fünf zurückversetzt. Nach einem fragwürdigen Manöver von Max Verstappen beschimpfte Vettel jedoch via Boxenfunk sowohl den Red-Bull-Piloten als auch FIA-Rennleiter Charlie Whiting. Dies rief den Weltverband auf den Plan.

Die FIA ließ damals jedoch Milde walten. Vettel hatte sich nach seinem Ausraster entschuldigt und einsichtig gezeigt. Todt sah daher davon ab, die Causa vor das Sportgericht zu bringen. Zugleich kündigte die FIA jedoch an, künftig bei ähnlichen Fällen disziplinarische Maßnahmen zu ergreifen. Dieser Umstand könnte nun dazu beitragen, dass Vettel zum Rapport muss.

Die FIA sieht Formel-1-Piloten vor allem beim Thema Verkehrssicherheit als Vorbilder. Weil weltweit täglich 3.500 Menschen im Straßenverkehr sterben, soll die FIA-Kampagne #3500LIVES Bewusstsein dafür schaffen, dass Verkehrssicherheit jeden Einzelnen betrifft. Zum Start der Kampagne in Österreich sind kommenden Mittwoch (5. Juli, 11.00 Uhr) und damit unmittelbar vor dem Grand Prix von Österreich in Spielberg (9. Juli) mit Fernando Alonso und Valtteri Bottas zwei Formel 1-Fahrer Gäste einer Pressekonferenz im Wiener ÖAMTC-Mobilitätszentrum.

Von: APA/dpa

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