Der Ferrari-Star peilt auf dem Stadtkurs den fünften Sieg an

Vettel in Singapur fast unter Siegzwang

Mittwoch, 13. September 2017 | 14:15 Uhr

Sebastian Vettel will die Niederlage beim Formel-1-Heimrennen in Italien ausmerzen. In Singapur muss der Deutsche aber alles aus seinem Ferrari holen. “Wenn es hart ist, ist es gut. Einfach ist langweilig”, kommentierte Vettel den wechselvollen und knappen WM-Kampf mit Lewis Hamilton im Mercedes. Nach dem engen Stadtkurs mit Vorteil für den Ferrari kommen die vermutlichen Mercedes-Paradestrecken.

Mit dem fünften Sieg im zehnten Rennen in dem asiatischen Stadtstaat würde sich Vettel zum unumstrittenen Singapur-Dominator krönen. Die Konkurrenz scheint aber größer denn je in diesem Jahr: Neben WM-Spitzenreiter Hamilton, der den Schub vom Monza-Sieg auch auf der vermeintlichen Silberpfeil-Problemstrecke nutzen will, muss sich Vettel vor allem auf Attacken der beiden Red-Bull-Piloten einstellen.

In den vergangenen beiden Jahren schaffte es Daniel Ricciardo bereits jeweils auf Rang zwei. “Ich glaube nicht, dass Singapur unsere einzige Chance ist, ein Rennen in der zweiten Saisonhälfte zu gewinnen. Es ist aber die beste”, meinte der Australier. Deswegen hatte das Team zuletzt schon neue Teile eingesetzt und in Monza reichlich Strafen in Kauf genommen. Singapur soll in diesem Jahr wieder zum Red-Bull-Reich werden.

Die Statistik belegt: Kein Rennstall war bisher auf dem gut fünf Kilometer langen Kurs mit 23 Kurven erfolgreicher – Vettel, der als einziger über 200 Runden (221, Hamilton kommt auf 135) auf dem Kurs schon anführte, trug mit drei Siegen im Red Bull zu dieser Statistik maßgeblich bei. Insgesamt stand Red Bull zehn Mal in neun Auflagen auf dem Podest, Ferrari fünfmal.

“Oberflächlich betrachtet, gehört Singapur zu der Art Strecken, die sowohl Ferrari als auch Red Bull entgegenkommen sollte”, meinte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Die Silberpfeile wähnen sich öffentlich als dritte Kraft beim Nachtspektakel an der Marina Bay. “Wir müssen da Schadensbegrenzung betreiben”, befand sogar sein österreichischer Landsmann Niki Lauda, der dem Aufsichtsrat des Formel-1-Teams vorsteht.

Die Erinnerungen an 2015 wiegen noch immer schwer: Hochüberlegen fuhren die Mercedes von Sieg zu Sieg, in Singapur erlebten sie für ihre Verhältnisse ein Fiasko: Hamilton schied mit Motorschaden aus, Nico Rosberg verpasste als Vierter das Podest. Dafür siegte Rosberg vor einem Jahr, Hamilton wurde Dritter.

Drei Punkte hat der Brite vor dem 14. Grand Prix in diesem Jahr mehr als Vettel. Vor allem deshalb, weil er sich mehr als warm gefahren hat für die nun kommenden entscheidenden Übersee-Wochen: Siege nach der Sommerpause in Spa-Francorchamps und in Monza, zwei Strecken, auf denen Mercedes seine Motoren-Power ausspielen konnte. Der dritte Erfolg soll nun folgen, wenn am Sonntag um 20.00 Uhr Ortszeit (14.00 Uhr MESZ/live ORF eins, RTL und Sky) die Roten Ampeln ausgehen. “Biest-Modus die ganze Zeit bis zur letzten karierten Flagge”, meinte der 32-Jährige.

Überlagert wird der Titel-Showdown in Singapur von der offenbar nahenden Beendigung der Partnerschaft von McLaren und Honda. Spätestens am Freitag soll Folgendes offiziell kommuniziert werden: Honda wird künftig das Red-Bull-Junior-Team Toro Rosso ausrüsten, das bisher mit Renault-Power unterwegs war. Renault wechselt im Gegenzug für drei Jahre zu McLaren.

Falls das stimmt und Fernando Alonso als Folge bei McLaren bleibt, ist der Fahrermarkt für die kommende Saison praktisch inexistent. Denn Mercedes machte bereits Nägel mit Köpfen und gab die Verlängerung des Vertrags von Valtteri Bottas um ein Jahr bis 2019 bekannt. Eine der wenigen offenen Fragen ist damit, wer 2018 für Williams fährt, wo sich der Abschied von Felipe Massa ankündigt. An der Seite des 18-jährigen Lance Stroll soll angeblich auf Geheiß eines wichtigen Sponsors aus Marketinggründen nicht ein weiterer junger Fahrer stehen.

Von: APA/dpa

Kommentare

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2 Kommentare auf "Vettel in Singapur fast unter Siegzwang"


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Dublin
Dublin
Universalgelehrter
10 Tage 9 h

…dann soll er mal brav den Sieg “anpeilen”…nicht die andern rausboxen…das kann er am Luna Park tun… 😅

ando
ando
Superredner
10 Tage 5 h

goooo seb!

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