Vettel hat bisher die Qualifyings dominiert

Vettel will in Barcelona mit 50. Sieg WM-Führung zurück

Mittwoch, 09. Mai 2018 | 12:31 Uhr

Das verrückte Rennen mit dem zu optimistischen Überholmanöver von Baku ist abgehakt, Sorgen macht sich Sebastian Vettel vor dem Europa-Auftakt der Formel 1 am Sonntag in Barcelona nicht. “Das Wichtigste ist, dass wir ein gutes Auto haben, mit dem wir in der Qualifikation arbeiten können”, sagt Vettel vor dem Großen Preis von Spanien, bei dem er den 50. Sieg in seiner Karriere feiern kann.

Die Mission fünfter WM-Titel ist in voller Fahrt. Und Vettel kann sich diesmal sehr berechtigte Hoffnungen machen, im Duell der viermaligen Champions mit Titelverteidiger Lewis Hamilton von Mercedes am Ende der Glückliche zu sein. “Ferrari hat immer noch die Oberhand”, gab Hamilton nach seinem Erfolg in Baku zu – es war sein erster Sieg in dieser Saison, begünstigt durch den späten Reifenschaden seines Teamkollegen Valtteri Bottas.

“Wir hoffen natürlich, dass der Große Preis von Spanien in diesem Jahr ein gutes Rennen für uns wird”, sagt Teamchef Toto Wolff – 2017 holte sich Hamilton den Sieg auf dem 4,655 Kilometer langen Kurs: “Aber uns ist bewusst, dass es hart wird.” Nur vier Punkte trennen Hamilton und Vettel. Ein Sieg von Vettel und er übernimmt vor dem Klassiker in Monte Carlo wieder die Spitze im Klassement.

Doch auch für den Testbestzeiten-Weltmeister vor zwei Monaten wird es kein Selbstläufer. Neben Bottas, der nach seinem unverschuldeten späten Aus (Reifenschaden) im chaotischen Aserbaidschan-Rennen mehr als motiviert sein dürfte, haben die beiden Red-Bull-Piloten Daniel Ricciardo und ganz besonders Max Verstappen einiges nach ihrer peinlichen Kollision gutzumachen.

Der Niederländer feierte vor zwei Jahren seinen ersten Formel-1-Sieg auf dem Kurs bei Barcelona und startete in diese Saison als einer der Favoriten. Vor dem fünften von 21 Rennen hat Verstappen aber bereits 52 Punkte Rückstand auf die Spitze. Zumindest herrsche bei den “Bullen” nach dem unnötigen Baku-Crash kein böses Blut, betonte Motorsportdirektor Helmut Marko. “Das Kapitel ist abgeschlossen.” Allerdings: Man lässt beide Piloten einerseits zwar prinzipiell weiter frei fahren – Ufert das Duell jedoch wieder aus, sollen laut Marko künftig aber die Renningenieure einschreiten.

Die beiden Red Bulls können im Kampf um den Sieg am Sonntag (15.10 Uhr/ORF 1 und RTL), vor allem aber um Podiumsplätze immer mitkämpfen und so auch das WM-Duell Hamilton vs. Vettel beeinflussen. “Die ersten vier Rennen deuten klar darauf hin, dass uns eine Fortsetzung des Dreikampfes bevorsteht und dieser eher noch härter werden wird”, prophezeit Silberpfeil-Chef Wolff.

Vettels Spanien-Bilanz ist bisher noch bescheiden. 2011 hat er dort im Red Bull gewonnen. Im Ferrari reichte es noch nicht zum Sieg. Vor einem Jahr führte Vettel 32 Runden das Rennen in Spanien an, musste sich aber am Ende Hamilton um knapp 3,5 Sekunden geschlagen geben. Was Vettel in diesem Jahr zuversichtlich stimmt, ist die Stärke seines Wagens in der Qualifikation. Fünf Poles holte er in seinen ersten drei Ferrari-Jahren – drei waren es schon in dieser Saison. “Ich mache mir überhaupt keinen Kopf, denn es ist ganz anders als im vergangenen Jahr, als wir im Qualifying meistens nicht gut genug waren”, sagt Vettel.

“Wir müssen noch etwas tun”, warnte hingegen Spitzenreiter Hamilton. “Unser Qualifikations-Speed ist nicht gleich mit ihrem (Ferrari)”, verwies der Engländer darauf, dass Vettel zuletzt drei Poles in Folge erobert hat. Der Formel-1-Jetsetter gönnte sich zwischen den Rennen einen Trip zur Met Gala in New York – ganz in weiß. In Barcelona könnten die Zeichen wieder auf Rot stehen.

Von: APA/dpa/ag.