Aktivisten trugen Polizeiuniformen

Vier Personen nach “Pussy Riot”-Aktion bei WM festgenommen

Montag, 16. Juli 2018 | 05:14 Uhr

Nach der Aktion der russischen Polit-Punkgruppe “Pussy Riot” im Finale der Fußball-WM sind vier Personen in Polizeigewahrsam genommen worden. Drei Frauen und ein Mann seien auf eine Wache gebracht worden, berichtete die Agentur Interfax am Sonntagabend. Es werde gegen sie wegen des unerlaubten Tragens von Polizeiuniformen und des Verstoßes gegen Regeln bei Sportveranstaltungen ermittelt.

“Pussy Riot” teilte auf ihrer Facebook-Seite mit, dass man mit der Aktion auf die Missachtung von Menschenrechten in Russland aufmerksam machen wollte. Gefordert wird die Freilassung politischer Gefangener und mehr politischer Wettbewerb in Russland. Im Stadion befand sich auch der russische Präsident Wladimir Putin.

Die vier Flitzer trugen Uniformen, die an Polizisten erinnerten. Sie rannten mitten im Finale auf den Platz, wurden aber schnell von Sicherheitsleuten wieder vom Feld gebracht. “Pussy Riot”-Mitglied Olga Kurachjowa sagte Reuters, sie sei an dem Platzsturm beteiligt gewesen und werde nun auf einer Polizeistation festgehalten.

Die Moskauer Polizei hat gegen die vier Personen Verwaltungsstrafen beantragt. Ihnen werde vorgeworfen, gegen die Vorschriften für Zuschauer bei Sportveranstaltungen verstoßen und sich unrechtmäßig Uniformen beschafft zu haben, meldete Interfax am späten Sonntagabend. Die Höchststrafe für den Verstoß gegen die Regeln für Zuschauer liegt demnach bei einer Geldstrafe von 200.000 Rubel (etwa 2.700 Euro) oder 160 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Für das Beschaffen einer Uniform beträgt die Strafe dem Bericht zufolge zwischen 1.000 und 1.500 Rubel.

Die Gruppe hatte bereits in der Vergangenheit regierungskritische Aktionen an öffentlichen Orten inszeniert. So wurden 2012 drei Aktivistinnen nach einem “Punk-Gebet” in einer Kirche festgenommen.

Von: APA/ag.