Andreas Gohl kam als Zwölfter gerade noch ins Finale

Vorarlberger Gohl schaffte Qualifikation für Halfpipe-Finale

Dienstag, 20. Februar 2018 | 08:53 Uhr

Erwarten durfte man es nicht, gehofft hatte man es freilich: Mit Andreas Gohl schaffte es einer aus Österreichs Halfpipe-Trio in das Finale der Top Zwölf am Donnerstag bei den Olympischen Spielen in Südkorea. Der in Vorarlberg geborene Ski-Freestyler musste bis zum letzten Konkurrenten zittern, ehe der Aufstieg als Zwölfter feststand. Teamkollege Marco Ladner freute sich “wie ein Bruder” mit.

“Das war jetzt bis zum Letzten spannend. Es freut mich für ihn, er ist wirklich ein harter Kämpfer und Arbeiter, das hat er sich sehr verdient. Er ist der Erste, der aufsteht, und der Letzte, der schlafen geht”, sagte Roman Kuss, der Sportliche Leiter im Österreichischen Skiverband für Ski-Freestyle. Lukas Müllauer kam mit 63,60 Zählern auf Rang 16, Marco Ladner mit 54,20 auf 21. Am Vortag hatte bei den Damen Elisabeth Gram als 13. das Finale nur um 0,6 Zähler verpasst.

Gohl brachte es im ersten Run auf 68,60 Punkte und lag damit auf einen Aufstiegsplatz. Allerdings drehte die Konkurrenz im zweiten nochmals gehörig auf. “Es war echt zäh das Warten, ich habe schon fast nicht mehr hinschauen können”, gestand der wie Ladner für den Ski-Club Arlberg fahrende Gohl der APA. “Ich bin happy, das ich es geschafft habe. Die Punkte passen, leider habe ich den zweiten Run nicht mehr runtergebracht. Ich wollte noch probieren, einen draufzulegen, damit es nicht so knapp wird, das hat leider nicht funktioniert.”

Dass sich die Teamkollegen so mit ihm freuten, wertschätzte Gohl sehr: “Wir haben ein super Teamklima. Marco kenne ich schon ewig. Wir fahren schon ewig zusammen Ski. Das macht dann noch mehr Spaß, wenn man seine Freunde mit dabei hat. Das pusht einen schon.” Die kleine österreichische Fangemeinde im Phoenix Snow Park machte sich ebenfalls laut bemerkbar: “Es sind vom Marco der Papa, der Opa und sein Onkel mit. Und mein Trainer Christoph Wolf, der mich seit ich zum Skifahren angefangen habe, gecoacht hat. Ohne ihn wäre ich nicht hier.”

Im Finale habe Gohl nun nichts mehr zu verlieren, weiß auch Kuss. “Er kann ganz entspannt runterfahren. Ich glaube, das wird er auch machen.” Der 25-Jährige WM-16. von 2015 und WM-17. von 2017 wird sein bestes Ergebnis bei einem Großereignis erreichen, bei Olympia vor vier Jahren war er 20. “Ich habe schon in der Quali Vollgas gegeben, ich werde auch im Finale Gas geben. Und vielleicht kann ich ja noch einmal ein bisschen was draufsetzen. Spaß habe ich sowieso, es taugt mir zu fahren.”

Die Nervösität habe sich vor der Qualifikation in Grenzen gehalten. Und anders als von Kuss erwähnt, sei er tatsächlich am Vorabend als Erster im Bett gewesen. “Ich versuche schon immer, konsequent beim Training dahinter zu sein. Wenn man fit ist, geht es leichter”, wollte er dann doch ausgeruht in seinen Olympiabewerb starten. Prognose für das Finale will er keine abgeben, in der Qualifikation lagen die drei US-Amerikaner Aaron Blunck (94,40), Alex Ferreira (92,60) und Torin Yater-Wallace (89,60) voran.

Der 19-jährige Ladner war “ein bisschen traurig”, dass er selbst das Finale verpasst hatte. “Aber ich freue mich mega für meinen Teamkollegen Andi, er ist wie ein Bruder für mich. Ich bin so stolz. Wir sind ein Team, wir wollen weit kommen als Team.” Er selbst freut sich schon auf die Winterspiele in vier Jahren. “Ich mache auf alle Fälle weiter. Aller guten Dinge sind drei.” Bei seinem Debüt im Zeichen der Fünf Ringe 2014 als 15-Jähriger kam er auf Rang 19.

Zufrieden mit seinem Olympia-Debüt war Müllauer. “Ich habe den ersten Run leider nicht gestanden, aber den zweiten. Ich wollte einen Run hinunterkriegen und zeigen, dass ich Skifahren kann”, sagte der 20-Jährige. “Ich war gescheit nervös. Ich bin zum Glück aber ohne Erwartungen hergekommen. Ich dachte mir, Dabeisein, Spaß haben, es ist ja doch etwas anderes als ein Weltcup. Ich bin voll zufrieden und kann glücklich heimfliegen. Und dass es sich bei Andi ausgegangen ist, ist ein Wahnsinn.”

Von: apa