Solidarität unter Irans Kickern

Vorerst keine Konsequenzen für Irans Fußball-Nationalspieler

Dienstag, 22. November 2022 | 13:37 Uhr

Irans Fußball-Nationalspielern drohen nach der nicht mitgesungenen Hymne zum WM-Auftakt gegen England wohl vorerst keine Konsequenzen. Dies werde während des Turniers nicht passieren, da nicht alle Spieler der Mannschaft gesperrt werden könnten, schrieben iranische Sportjournalisten am Dienstag. Aber eine temporäre Sperre oder Gehaltskürzungen für die Spieler, die in der iranischen Liga beschäftigt sind, wären nach der WM durchaus denkbar.

Die gesamte Elf hatte am Montag vor dem 2:6 im WM-Auftaktspiel gegen England die Nationalhymne nicht mitgesungen. In den sozialen Medien wurde diese Geste nicht nur als Solidarität mit den seit über zwei Monaten anhaltenden systemkritischen Protesten im Land gewertet, sondern auch als ein Zeichen dafür, dass das Nationalteam gegen die politische Herrschaft sei. Die Presse in dem Land ignorierte die Geste am Tag danach bewusst. In den sozialen Medien und persischen Nachrichtensendern im Ausland war der stumme Protest der Spieler jedoch weitaus wichtiger als das Spiel und Ergebnis.

Nur die Tageszeitung Kayhan, Sprachrohr der Hardliner im Land, bezeichnete die Spieler als Verräter, die sich von den ausländischen politischen Feinden des Landes hätten beeinflussen lassen. Mit Kritik an der sportlichen Leistung hielt sich die Presse im Iran trotz der höchsten Niederlage in der iranischen WM-Geschichte allerdings zurück. Nach dem 2:6 gegen England zum Auftakt stehen für das Team von Nationalcoach Carlos Queiroz in der Vorrunde noch die Partien gegen Wales am Freitag und gegen die USA an.

Von: APA/dpa

Kommentare

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3 Kommentare auf "Vorerst keine Konsequenzen für Irans Fußball-Nationalspieler"


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Universalgelehrter
16 Tage 5 h

Die Spieler von Iran zeigten jedenfalls Cochones, obwohl sie schwerwiegende Konsequenzen befürchten müssen, während die Europäer den Schwanz einziehen. Allen voran die Deutschen, dessen Tormann vor der WM großmaulig verkündet hat, er würde als Zeichen des Protestes die Kapitän Armbinde mit der Aufschrift “one love” tragen würde ( die Regenbogenbinde traute er sich eh nicht) machen sich mit ihrem Verhalten unglaubwürdig.Der Preis dafür wäre eine gelbe Karte, während die Iraner mit ihrem Protest sogar Gefängnis riskieren.

Rudolfo
Rudolfo
Universalgelehrter
15 Tage 22 h

Das ist eine Fußballmannschaft und KEIN Männerchor !! Wie viele Spieler haben in der Vergangenheit nicht mitgesungen, weil sie den Text ihrer Nationalhymne gar nicht kannten….

krokodilstraene
Tratscher
16 Tage 5 h

So unter dem Motto “kemp es mir lei hoam…”

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