WADA-Generaldirektor Olivier Niggli: 29 Sportler betroffen

WADA bestätigt weitere Veröffentlichungen durch Hacker

Donnerstag, 15. September 2016 | 13:18 Uhr

Eine russische Hacker-Gruppe hat WADA-Daten von weiteren Sportlern veröffentlicht. Das bestätigte die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) am Donnerstag in einer Mitteilung auf ihrer Homepage. Nun seien vertrauliche Informationen von 25 Sportlern aus acht Nationen durch die Hacker publik gemacht worden, erklärte die WADA.

Insgesamt seien 29 Sportler von den Veröffentlichungen betroffen, sagte WADA-Generaldirektor Olivier Niggli. Die russische Hacker-Gruppe, die sich “Fancy Bears” nennt, hatte zuvor die Accounts von mehreren US-Topathleten bei der WADA durchsucht. Sie stellten dabei bereits mehrere medizinische Ausnahmegenehmigungen für Mittel der Athleten ins Internet.

Die vierfache Turn-Olympiasiegerin Simone Biles, Tennis-Star Venus Williams und Basketball-Olympiasiegerin Elena Delle Donne hatten sich nach den ersten Veröffentlichungen gewehrt und die Vorwürfe zurückgewiesen. Sie bekamen dabei Unterstützung von der WADA und dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC).

Sportler dürfen mitunter Medikamente einnehmen, die auf der Dopingliste stehen, müssen dafür aber eine medizinische Ausnahmegenehmigung vorweisen. Unter den neuesten “leaks” sind zehn Athleten aus den USA, je fünf aus Deutschland und Großbritannien und je einer aus Tschechien, Dänemark, Polen, Rumänien und Russland.

“Wir bedauern, dass diese Kriminellen versucht haben, den Ruf der betroffenen Athleten auf diese Weise zu schädigen”, sagte Niggli in dem neuen Statement.

Auch der deutsche Diskuswerfer Robert Harting ist ein Opfer des russischen Hackerangriffs auf vertrauliche Daten der WADA. Der Olympiasieger von 2012 und dreifache Weltmeister äußerte sich am Donnerstag auf sportbild.bild.de zu den Veröffentlichungen über eine Medikamenteneinnahme während der Spiele von Rio de Janeiro am 12. August.

“Aufgrund meines Hexenschusses wurde ich vom medizinischen Olympia-Team in Rio manualtherapeutisch und medikamentös mit Dexamethason und Triamcinolon behandelt. Da dies während des Wettkampfes anmeldepflichtige Mittel sind, haben die mich behandelnden Ärzte die Regulären des IOC, der WADA sowie der NADA sorgsam beachtet”, sagte Harting.

Der 31-jährige Berliner hatte sich den Hexenschuss am Tag vor der Qualifikation zugezogen, wo er dann überraschend ausschied. Die Goldmedaille holte sein Bruder Christoph. Alle Anträge seien termingerecht und regelgerecht eingereicht, gestellt sowie alle Formalitäten eingehalten worden, erklärte Harting. “Ich bin ein transparenter Athlet und habe mit dieser Veröffentlichung keine Probleme.”

Auch der dreifache Tour-de-France-Sieger Chris Froome ist unter den Betroffenen, und auch er hat “kein Problem” mit Veröffentlichung. “Ich habe meine therapeutischen Ausnahmegenehmigungen mit den Medien besprochen und habe kein Problem mit dem ‘leak’, der nur meine Statements bestätigt”, so Froome. In neun Jahren als Profi habe er zweimal eine Ausnahme für erschwertes Asthma erhalten, zuletzt 2014. Auch sein Landsmann Bradley Wiggins war auf der 25 Athleten umfassenden zweiten Liste der russischen Hackergruppe “Fancy Bears”.

Von: APA/dpa

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1 Kommentar auf "WADA bestätigt weitere Veröffentlichungen durch Hacker"


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der Rote Wichtel
Grünschnabel
9 Tage 37 Min

Wenn ein dreifacher Tour de Fance-Sieger vorgibt, an Asthma zu leiden und damit zu einer Sondergenehmigung der WADA kommt schrillen bei mir die Allarmglocken

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