Matthias Walkner hat gut eine halbe Stunde Vorsprung

Walkner verteidigte Motorrad-Führung bei Dakar-Rallye

Mittwoch, 17. Januar 2018 | 21:42 Uhr

Matthias Walkner hat am Mittwoch seine Gesamtführung bei der “Rallye Dakar” souverän behauptet. Rang fünf in der elften Etappe von Belen über 280 gewertete Kilometer nach Chilecito genügte dem KTM-Werksfahrer aus Salzburg dafür. Drei Teilstücke vor Schluss hat Walkner 32 Minuten Vorsprung auf den Honda-Fahrer Kevin Benavides, der in der Tageswertung Platz zwei hinter Toby Price belegte.

Erst am Dienstag hatte sich Walkner die Gesamtführung geschnappt. Am Mittwoch ging er in Argentinien als Erster in die insgesamt 484 Kilometer lange, viertletzte Etappe. Der 28-Jährige fuhr kontrolliert ins Ziel und verlor als Tages-Fünfter 11:01 Minuten auf Price, seinen Teamkollegen im österreichischen “Red Bull KTM Rally Factory Racing Team”.

Nicht mehr im Rennen ist hingegen Benavides’ Teamkollege Joan Barreda Bort. Der Spanier war am Vortag noch Walkners erster Verfolger gewesen, am Mittwoch gab er wegen anhaltender Knieschmerzen und Erschöpfung auf. Walkner hat damit ausgezeichnete Chancen, bei der 40. Jubiläumsauflage der Dakar als erster österreichischer Dakar-Gesamtsieger in die Geschichte einzugehen und auch die KTM-Erfolgsstory bei dieser Extremrallye fortzuschreiben. Nach elf von 14 Etappen hat er über eine halbe Stunde Vorsprung auf Benavides, als neuer Dritter hat 2016-Sieger Price 39:17 Minuten Rückstand auf den Österreicher.

“Es war heute gar nicht so schlecht. Ich war ein bisschen nervös, weil ich mich natürlich nicht verfahren und keine Fehler machen wollte”, sagte Walkner im Ziel und schilderte den Tag. “Ich bin auf einer Piste im Staub hinter einem Auto festgehangen. Ich wollte aber nicht zu viel riskieren und habe nicht um jeden Preis überholt.”

“Insgesamt bin ich zufrieden. Ich fühle mich gut, auch körperlich fühle ich mich besser. Mein Körper hat sich jetzt gut an die Belastung gewöhnt”, meinte der Vorjahres-Zweite zudem, der nun kurz vor seinem größten Erfolg steht. “Drei Tage geht’s noch. Ich will einfach fokussiert und konzentriert weitermachen wie bisher.”

Der Weg ist freilich noch weit bis zum Ziel am Samstag in Cordoba und voller Tücken. Allerdings wurde die zwölfte Etappe am Donnerstag wegen schlechter Wetteraussichten für Motorräder und Quads verkürzt. Der gewertete Teil der drittletzten Etappe geht nun nur noch über 288 statt 375 Kilometer. Die Streckenlänge für Autos und LKW bleibt unverändert.

Im vergangenen Jahr hat sich in der Schlussphase das Klassement auf diesem Abschnitt der “Dakar” noch komplett gedreht. Walkner: “Das Niveau ist extrem hoch, der kleinste Fehler wird sofort bestraft.”

Bei den Autos agiert Carlos Sainz weiterhin souverän. Die Mittwoch-Etappe gewann der Niederländer Bernhard Ten Brinke (Toyota), in der Gesamtwertung liegt der zweifache Rallye-Weltmeister und Vater des Formel-1-Piloten Carlos Sainz jr. nach Tages-Platz drei aber weiter souverän und über 50 Minuten vor seinem französischen Peugeot-Teamkollegen Stephane Peterhansel voran.

Von: apa