Weißhaidinger versäumte direkte Qualifikation

Weißhaidinger zog als Zehnter ins Finale ein

Freitag, 04. August 2017 | 23:10 Uhr

Das “bisschen Zittern” ist am Ende begründet gewesen, doch für Lukas Weißhaidinger ging es gut aus. Der Oberösterreicher qualifizierte sich am Freitag als Zehnter für das Finale der Top-12-Diskuswerfer bei der Leichtathletik-WM in London. Der Olympia-Sechste kam im ersten Versuch auf 63,57 m, die beiden weiteren gelangen nicht mehr nach Wunsch. “Ich habe noch genug Reserven”, versicherte er aber.

Weißhaidinger machte beim Aufwärmen einen guten Eindruck und schleuderte den Diskus im ersten Quali-Versuch gleich einmal auf eine beachtliche Weite. Den zweiten machte der Athlet ungültig, der dritte wurde mit 61,48 notiert. Für die Direkt-Qualifikation waren 64,50 verlangt, womit es nach der ersten Quali-Gruppe noch kein Fixticket gab und Warten gefragt war.

Der 25-jährige ÖLV-Athlet war hinter dem Schweden Daniel Stahl (67,64), London-Olympiasieger Robert Harting (65,32), dem polnischen Titelverteidiger Piotr Malachowski (65,13) und dem US-Amerikaner Mason Finley (64,76) Fünfter, musste im Gegensatz zum Quartett den Ausgang der zweiten Gruppe abwarten. Dort waren noch der Litauer Andrius Gudzius (67,01), der Jamaikaner Fedrick Dacres (64,82), der Schwede Simon Pettersson (63,69), der Pole Robert Urbanek (63,67) und der Este Gerd Kanter (63,61) weiter. Auch hinter Weißhaidinger ging es eng zu, der 13. lag nur 36 Zentimeter hinter ihm.

Technisch sei nicht alles hundertprozentig aufgegangen, erklärte Weißhaidinger. Der erste, “ein Sicherheitswurf” sei locker gewesen und habe super gepasst, den zweiten und dritten hätte er an der technischen Linie noch ein bisschen besser festhalten können.

“Da bin ich zu sehr aufgeweicht und war etwas zu steif und aufrecht in der gesamten Drehung. Ich wollte den zweiten und dritten schon etwas draufsetzen, habe aber das Feinfühlige etwas verloren und das Grobmotorische eingesetzt. Mal schauen, ob es ein Geniestreich war, weil es nicht so viel Kraft gekostet hat. Das sehen wir dann morgen. Wenn es mir aufgehen sollte, ist morgen wichtiger. Da muss ich noch was draufstellen, von der Kraft und der Technik her. “

Nervös sei er nur vor dem ersten gewesen, die Stimmung im Stadion vor 55.100 Zuschauern habe er als sehr cool empfunden. Er wollte sich danach noch den 100-m-Vorlauf von Usain Bolt anschauen, ehe es ins Hotel ging. “Morgen werden die Karten für die zwölf neu gemischt. Ich habe noch genug Reserven, ich weiß, woran es im zweiten und dritten Versuch gescheitert ist. Vielleicht schadet es nicht, wenn ich heute noch ein kleines Bier trinke, damit ich etwas lockerer werde.”

Bei den Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro zog Weißhaidinger hinter Malachowski als Zweiter in das Finale ein, dort landete er an der sechsten Stelle. Für London war laut Trainer Gregor Högler das Ziel, unauffällig ins Finale zu kommen und dort richtig aufzudrehen. “Mir wäre lieber, er wirft 63 und dann im Finale 67 und macht eine Medaille”, hatte Högler im WM-Vorfeld gemeint – der erste Wunsch ging schon einmal auf.

Österreich hat in der WM-Geschichte erst zwei Medaillen gewonnen. Stephanie Graf holte 2001 in Edmonton Silber über 800 m, Sigrid Kirchmann 1993 in Stuttgart Bronze im Hochsprung. Die beste Platzierung im letzten Jahrzehnt erreichte der damals ebenfalls von Högler betreute Diskuswerfer Gerhard Mayer als Achter 2009 in Berlin. Dies gilt es für Weißhaidinger zu toppen.

Von: apa