Lindsey Vonn Doppelsiegerin in Garmisch

Wieder Vonn vor Goggia in Garmisch, Venier Vierte

Sonntag, 04. Februar 2018 | 15:37 Uhr

Auch die zweite Abfahrt der Ski-Damen in Garmisch-Partenkirchen ist zur Beute von Lindsey Vonn geworden. Die US-Amerikanerin feierte am Sonntag mit einer vor allem im Schlussteil vorzüglichen Fahrt ihren 81. Weltcup-Sieg. Die Italienerin Sofia Goggia, schon am Vortag Zweite, musste sich diesmal um 0,11 Sekunden geschlagen geben. Die Tirolerin Stephanie Venier wurde hinter Tina Weirather Vierte.

Am Samstag hatte Vonn mit dem läppischen Vorsprung von zwei Hundertstelsekunden vor Goggia gewonnen. Die Italienerin hatte diesmal das Glück auf ihrer Seite, blieb sie doch nur eine Hundertstel vor der Liechtensteinerin Weirather. Abfahrts-Vizeweltmeisterin Venier, knapp 24 Stunden davor als 23. noch im geschlagenen Feld, landete 0,37 Sekunden hinter der Siegerin.

“Es ist alles planmäßig verlaufen. Zu Beginn der Saison haben alle gedacht, dass ich bei Olympia nicht dabei bin. Ich habe hart gearbeitet, und es kommt alles perfekt zusammen”, sagte Vonn, der nunmehr fünf Siege auf Rekordhalter Ingemark Stenmark fehlen. Der Slalom- und Riesentorlauf-Spezialist aus Schweden hat sogar 86-mal im Weltcup gewonnen.

“Es ist niemals leicht. Ich werde mich nach den Spielen auf diese Rekorde konzentrieren. Im Moment geht es nur darum, Selbstvertrauen für Olympia aufzubauen, das ist mein einziges Saisonziel”, betonte Vonn, die nun schon insgesamt neun Weltcup-Siege in Garmisch gesammelt hat. Nur in Lake Louise (18) und Cortina d’Ampezzo (12) war die 33-Jährige noch erfolgreicher.

In Hinblick auf Olympia habe sie allerdings ihr Tempo stellenweise dosiert. “Das war wirklich nicht an der Grenze für mich”, stellte Vonn klar. “Es fällt mir schwer, mich auf diese Rennen zu konzentrieren, weil die Strecke in Jeongseon immer im Kopf ist.”

Außerdem habe sie am Start kein gutes Gefühl gehabt, da sich am Vortag Teamkollegin Jacqueline Wiles bei einem Sturz das Kreuzband gerissen hatte. Drei Startnummern vor ihr war Teamkollegin Stacey Cook gestürzt, weshalb das Rennen kurz unterbrochen war.

Goggia versicherte, dass ihr der Zweikampf mit der lebenden Legende Vonn weiterhin Spaß mache. Sie hoffe allerdings darauf, den Spieß in Südkorea umdrehen zu können. Ihre Leistung beschrieb die immer besser auf Deutsch parlierende 25-Jährige in perfektem Dialekt als “passt scho'”. Im Abfahrts-Weltcup liegt Goggia jetzt 23 Punkte vor Vonn in Führung.

Venier freute sich rechtzeitig vor den Olympia-Rennen über ihre beste Saisonplatzierung. “Gestern habe ich einfach zu viel gedacht. Ich habe heute meinen Kopf ausgeschaltet”, berichtete sie. “Ich hab mir gedacht, dass ich mich auf das konzentrieren muss, was ich am besten kann, und das ist einfach locker fahren.” Für die Spiele ist sie positiv gestimmt: “Ich glaube, ich bin am richtigen Weg.”

Nicole Schmidhofer wurde als Siebente zweitbeste Österreicherin. Die Steirerin hatte am Samstagabend die Startnummernauslosung wegen einer Erkältung auslassen müssen. “Es geht mir heute wesentlich besser als gestern, aber ich bin froh, wenn ich nach Hause und in mein Bett komme”, sagte die aktuelle Super-G-Weltmeisterin. Vor allem in den technisch anspruchsvollen Kurven sei sie gut unterwegs gewesen, befand Schmidhofer. “Aber es fehlt noch viel für ganz vorne.”

Anna Veith zeigte sich nach Platz 15 etwas ratlos. “Mir fehlt leider einfach von oben bis unten der Speed. Von der Technik her, so wie ich gefahren bin, habe ich ein gutes Gefühl gehabt, aber es ist einfach generell langsam gewesen”, erklärte die Fünfte vom Samstag, die schon am Dienstag und damit drei Tage vor ihren Speed-Kolleginnen nach Südkorea aufbricht. Die Gründe für die mangelnde Geschwindigkeit seien “ein bisschen schwer einzuschätzen”.

Cornelia Hütter war am Samstag als Dritte noch auf dem Podest gestanden, am Sonntag reichte es nur zum 28. Platz. Die Steirerin machte dafür schwere Fehler verantwortlich. “Wenn du dreimal so in der Garage stehst bei der Abfahrt, ist es unrealistisch, dass es Grün ist”, meinte Hütter. Sorgen um ihre Form mache sie sich nicht: “Ich weiß, dass ich schnell bin. Wenn du in der Abfahrt einmal danebenstehst, kann das passieren. Wenn du nichts riskierst, gewinnst du auch nichts. Heute war es halt ein bisserl zu viel.”

Olympia-Teilnehmerin Tamara Tippler reihte sich als 16. ein, Ramona Siebenhofer belegte direkt vor ihren Teamkolleginnen Christine Scheyer und Nina Ortlieb Platz 24. Die Vorarlbergerin Ariane Rädler blieb auf Position 35 ohne ihre ersten Weltcup-Punkte.

Von: apa