Medwedew in Wien auf Titel- und Masters-Kurs

Wien-Finale lautet Medwedew gegen Shapovalov

Samstag, 29. Oktober 2022 | 18:37 Uhr

Das Finale der Erste Bank Open in Wien heißt Daniil Medwedew gegen Denis Shapovalov. Der topgesetzte Russe fertigte beim ATP-500-Turnier in der mit neuerlich 9.500 Fans ausverkauften Stadthalle den Bulgaren Grigor Dimitrow nach 85 Minuten mit 6:4,6:2 ab. Im Finale am Sonntag (14.00 Uhr/live ServusTV) misst er sich mit dem Kanadier Shapovalov, der sich im zweiten Semifinale gegen den Kroaten Borna Coric nach umkämpften ersten Satz noch klar 7:6(4),6:0 durchsetzte.

Medwedew, der im Achtelfinale Dominic Thiem sicher mit zweimal 6:3 ausgeschaltet hatte, ist damit weiter auf Kurs zur Qualifikation für die ATP Finals in Turin. Mit einem Titelgewinn in Wien könnte der 26-Jährige das Masters-Ticket schon fixieren. Der Weltranglisten-Vierte, der beim diesjährigen Turnier noch kein Aufschlaggame abgeben musste, bestreitet am Sonntag sein fünftes Endspiel in dieser Saison und hofft auf seinen zweiten Titel 2022 nach Los Cabos bzw. seinen insgesamt 15. Tour-Titel. In dieser Form ist Medwedew am Sonntag auch Favorit, egal gegen wen: Er hat in vier Partien nur 22 Games abgegeben.

“Ja, ich fühle mich großartig. Heute war wieder ein Match auf hohem Level”, sagte Medwedew. Es sei nicht ganz so leicht gewesen, wie es das Resultat vermuten ließe. “Wir hatten einige harte Rallyes. Aber nicht viel zu sagen, ich bin wirklich glücklich mit meiner Form und hoffe, dass ich diese auch morgen zeigen kann.”

Bei seinem Aufschlag habe er nicht viel Schwierigkeiten gehabt. Um genau zu sein, musste Medwedew wieder keinen einzigen Breakball abwehren. Hingegen stand Dimitrow immer wieder unter Druck bei seinem Service. Medwedew blieb bis zum Schluss fokussiert und hatte einen Grund dafür: “Im letzten Match gegen ihn war ich einen Satz und zwei Breaks vorne und habe noch verloren. Das ist in deinem Kopf. Und als ich bei 5:2 auf das Match serviert habe, habe ich mir gesagt ‘okay, jeder Punkt zählt, lass das nicht zweimal hintereinander passieren’.”

Im Head-to-Head mit Dimitrow stellte Medwedew nun auf 4:2. Breaks zum 3:2 im ersten und zum 3:2 und 5:2 im zweiten Durchgang reichten dem 1,98-m-Hünen zum ungefährdeten Sieg über den drei Jahre älteren Bulgaren.

Noch ein Sieg fehlt ihm zur endgültigen Fixierung für Masters. “Der zweite Teil der Saison war nicht gerade großartig. Es war in meinem Kopf. Ich musste schauen, dass ich meinen Platz in Turin fixieren kann. Deswegen bin ich ja auch hierher gekommen nach der Verletzung”, erklärte der frisch gebackene Vater einer Tochter. Hätte er seinen Platz beim Saison-Finale der ATP schon fixiert gehabt, gestand Medwedew, hätte er auf den Wien-Trip verzichtet.

“Morgen werde ich noch mehr versuchen zu gewinnen, weil es ein Finale ist. Ich möchte den Titel gewinnen”, sagte der Russe, der von seiner in Astana erlittenen Adduktoren-Verletzung nichts mehr spürt. Mit seinem körperlichen Zustand ist er sehr zufrieden. “Besonders weil ich eineinhalb Wochen gar nichts tun konnte.”

Gegen Shapovalov hat Medwedew eine 3:2-Bilanz, die vergangenen drei Partien hat der Russe gewonnen, zuletzt dieses Jahr im Achtelfinale von Cincinnati 7:5,7:5. “Gegen Denis wäre es vielleicht ein bisschen härter, mich an sein Linkshänder-Spiel zu gewöhnen”, meinte Medwedew noch vor dem Endresultat. Gegen Coric hat er allerdings eine 2:4-Bilanz stehen.

Danach hatte Shapovalov gegen Coric nur im ersten Satz Mühe. Ohne Break ging es ins Tiebreak, das der Kanadier dann mit 7:4 für sich entschied. Satz zwei war dann eine einseitige Sache für Shapovalov auf dem Weg in sein insgesamt sechstes Finale auf der ATP Tour.

“Das war ein weiteres tolles Match für mich. Natürlich hat Borna einige lange, schwere Partien gespielt, daher war dieser erste Satz sehr wichtig”, meinte der Weltranglisten-19. “Ich war wirklich glücklich mit diesem Tiebreak und dann das frühe Break im zweiten Satz hat mir mehr Energie gegeben.”

Gegen Medwedew geht der 23-Jährige dennoch als Außenseiter ins Match. “Es ist eine tolle Möglichkeit für mich, gegen einen Spieler wie Daniil zu spielen. Er hat eine super Woche hier, es wird schwierig, aber ich freue mich”, sagte Shapovalov, dessen Landsmann Felix Auger-Aliassime in Basel ebenfalls im Endspiel steht. “Cool zu sehen, dass ein anderer Kanadier in der gleichen Woche sehr gut spielt.”

Shapovalov wartet bereits drei Jahre auf seinen zweiten Titel auf der Tour nach Stockholm 2019. “Ich bin glücklich, dass ich dort stehe wo ich bin. Solange ich mich in die Position bringen kann, bin ich sicher, dass die Titel kommen werden”, beunruhigt ihn das nicht. Ob dies am Sonntag in Wien schon der Fall sein kann, ist fraglich, denn sein Gegenüber befindet sich nahe seiner Bestform.

Von: apa

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