Favoritensieg in Wien - Daniil Medwedew holte sich den Titel

Wien-Titel mit Dreisatzsieg über Shapovalov an Medwedew

Sonntag, 30. Oktober 2022 | 17:09 Uhr

Daniil Medwedew hat topgesetzt das Finale der Erste Bank Open 2022 geholt. Der Russe gewann am Sonntag in der Wiener Stadthalle gegen den ungesetzten Denis Shapovalov in 2:17 Stunden 4:6,6:3,6:2, wurde vom Kanadier aber am weitaus meisten in dieser Woche gefordert. Medwedew ist durch sein Abschneiden beim ATP-500-Tennisturnier fix bei den ATP Finals in Turin dabei und verbessert sich in der Weltrangliste von Position vier auf drei. Shapovalov rückt von 19 auf 16.

Medwedews Antreten war wegen einer Adduktoren-Verletzung lange unsicher gewesen. “Manchmal läuft es so”, sagte Medwedew nach verwertetem Matchball gegenüber ServusTV. “Am Samstag habe ich das erste Mal hier trainiert und gemerkt, dass ich kein schlechtes Gefühl habe.” Shapovalov bescheinigte er ein großartiges Spiel, doch er schaffte seinen ersten Titel als Vater. Denn erst vor zwei Wochen waren Medwedew und seine Frau Darja Eltern einer Tochter geworden. “Ein Turnier als Papa und gleich gewonnen – 100 Prozent. Ich bin rundum glücklich momentan.”

Bei der Siegerehrung widmete er den Titel seiner Frau. “Denn sie hat mir das schönste Geschenk aller Zeiten gegeben”, bezog er sich auf die gemeinsame Tochter. Turnierdirektor Herwig Straka und auch den Fans machte er zudem Hoffnung auf ein Wiedersehen. “Von meinem ersten Match an seid ihr extrem respektvoll gewesen”, meinte Medwedew in Richtung Publikum. “Es war eine Freude, hier zu spielen und ich hoffe, ich komme hierher zurück.”

Shapovalov pendelte bei der Siegerehrung zwischen Enttäuschung und Stolz – und auch er fieberte bereits seinem nächsten Auftritt in Wien entgegen. “Es ist wirklich absolut speziell, vor so vielen Fans zu spielen. Ich kann es nicht erwarten, hier nächstes Jahr wieder zu spielen”, streute er den Fans Rosen. “Es ist ohne Zweifel eine der besten Wochen im Jahr für uns Spieler und auch für mich.” Und in Richtung Medwedew: “Ich mag dich wirklich sehr, aber heute weniger. Es macht aber wirklich Freude zu sehen, wie stark du derzeit spielst.”

Für den Nordamerikaner ging es um seinen erst zweiten Titel auf der Tour, obwohl er schon einmal in den Top Ten gestanden ist. Und er startete hervorragend. Zum 2:1 nahm er Medwedew den Aufschlag ab, das war dem Russen im Turnierverlauf davor noch nicht passiert. Nur einen Breakball hatte der 26-Jährige in seinen ersten vier Partien zugelassen, den im Achtelfinale beim 6:3,6:3 im Achtelfinale gegen Lokalmatador Dominic Thiem abgewehrt. Shapovalov aber legte mit einer hervorragenden Returnleistung zum 4:1 nach und servierte später zur Satzführung aus.

Medwedew war zumindest ein Rebreak gelungen und hat damit gezeigt, dass er sich nicht so einfach geschlagen geben will. Er nahm seinem Gegner zunächst auch im zweiten Durchgang das Service ab, doch Shapovalov war als Rückschläger immer am Drücker und nutzte seine sechste Chance zum Rebreak. Medwedew fand aber noch einmal eine Antwort und den Weg zum Satzausgleich. Ein Break zum 2:1 war schließlich die Vorentscheidung. Der bemühte, von seinem Landsmann Peter Polansky betreute Shapovalov wehrte sechs Matchbälle ab, kam aber nicht mehr heran.

“Ich bin wirklich glücklich über den Sieg”, betonte Medwedew. “Es war das beste Match dieser Woche, weil Denis hat bis so 4:3 im zweiten Satz unglaublich gespielt. Dann hat sein Spiel vielleicht zwei Prozent an Qualität verloren. Und es ist mir gelungen, das auszunutzen. Es ist einer der schönsten Siege, wenn du weißt, dein Gegner ist dir überlegen, aber du versuchst hast, im Match zu bleiben und dein Bestes zu geben.”

Es ist Medwedews heuer zweiter Titel nach jenem Anfang August in Los Cabos in Mexiko und sein insgesamt 15. auf der Tour. 14 davon gelangen dem US-Open-Sieger von 2021 auf Hartplatz, je sieben indoor und outdoor. Im Head-to-Head erhöhte Medwedew auf 4:2, Shapovalov gelang nach drei 0:2-Niederlagen in Folge zumindest wieder ein Satzgewinn gegen den Ex-Weltranglisten-Ersten. Medwedew verpasste es, als heuer insgesamt dritter Spieler nach Nick Kyrgios (AUS/Washington) und Taylor Fritz (USA/Eastbourne) einen Titel ohne Break gegen sich zu holen.

Von: apa

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