Mario Leitner fuhr im ersten Vorlauf auf Rang zwölf

Wildwasserkanute Leitner in Rio im Halbfinale

Sonntag, 07. August 2016 | 23:27 Uhr

Olympia-Debütant Mario Leitner hat im Kajak-Einer eine Punktlandung zum Einzug ins Halbfinale hingelegt. Der 19-Jährige kurvte am Sonntag im Wildwasser-Slalomkanal von Deodoro unbeeindruckt von der Kulisse auf Vorlaufplatz 15, womit der Kärntner gerade noch in die Vorschlussrunde einzog. Nun darf der Maturant vom Zehner-Finale träumen, um das er Mittwoch fährt.

“Das Semifinale habe ich mir vorgenommen. Ich bin sehr froh, dass es aufgegangen ist”, freute sich der WM-24., der von seiner Familie und Teamkollegin Corinna Kuhnle angefeuert worden war. Der ehemalige Junioren-Weltmeister kam aber erst nach gehörigem Zittern weiter. Denn zunächst schoben sich nach seinem zwölften Rang im zweiten Durchgang noch drei Fahrer an ihm vorbei und dann musste er auch noch einen Protest von Lucien Delfour abwarten. Der als Letzter gestartete Australier legte Einspruch gegen eine 50-Sekunden-Strafe wegen eines Torfehlers ein. Seinem Protest wurde jedoch nicht stattgegeben.

“Ich habe gedacht, es geht sich nie mehr aus, weil ich ja noch auf den Bestgesetzten warten habe müssen. Aber man soll die Hoffnung nie aufgeben”, meinte der aus Glanegg stammende Leitner im Gespräch mit der APA – Austria Presse Agentur. Nun hält er sogar das Finale für möglich. “Das traue ich mir schon zu. Ich werde mich gut vorbereiten und dann ist alles drinnen. Es ist eine große Herausforderung, aber ich bin zuversichtlich, dass ich das kann. Ich muss schauen, dass ich das an diesem Tag auch abrufen kann.”

Seine Zuversicht schöpft er aus der Tatsache, dass er trotz Fehlern weitergekommen ist. “Ich habe das Boot nicht richtig ins Laufen bekommen, nicht zum Gleiten bekommen und drei bis vier Sekunden liegen gelassen”, so Leitner über seinen ersten, schließlich das Halbfinale bringenden Durchgang.

Nervosität sei nicht der Grund für die seiner Ansicht nach suboptimalen Fahrten gewesen. “Ich habe probiert, das Publikum auszublenden und mich auf den Lauf zu konzentrieren, das ist ganz gut gegangen.” Viel mehr habe der im ersten Durchgang starke Wind die Tore verweht, das habe er leider nicht gut genug berücksichtigt und eine Zweisekundenstrafe wegen einer Berührung kassiert.

Wie Leitner war auch sein Trainer Jernej Abramic mit den gezeigten Läufen nicht restlos zufrieden. “Der Erste war ganz ok, er hatte einen Fehler, ohne die Strafe wäre er sicher weiter gewesen. Der Zweite war auch nicht perfekt. Nach meinem Gefühl war er weit von seinem Optimum entfernt. Ich denke, er kann ins Finale kommen.” Das wäre für ihn keine Sensation. “Ich denke, es ist möglich und realistisch, aber natürlich nur mit einem sauberen Lauf. Die Top fünf wären aber eine Überraschung”, betonte der Slowene.

Am Montag startet Kuhnle mit den Vorläufen in ihren Wettkampf. Für die zweimalige Weltmeisterin sollte das Weiterkommen nur Formsache sein.

Von: apa

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