Katar als umstrittener Gastgeber in der WM-Geschichte

WM-Botschafter nennt Homosexualität “geistigen Schaden”

Dienstag, 08. November 2022 | 16:45 Uhr

Der katarische WM-Botschafter und frühere Fußball-Nationalspieler Khalid Salman hat Homosexualität als “geistigen Schaden” bezeichnet. Die Äußerung fiel in einem Interview in der ZDF-Dokumentation “Geheimsache Katar” von Jochen Breyer und Julia Friedrichs, die am Dienstag (20.15 Uhr) ausgestrahlt wird. Schon am Montagabend wurde im “heute-journal” der Ausschnitt mit den Aussagen Salmans gezeigt.

“Während der WM werden viele Dinge hier ins Land kommen. Lass uns über Schwule reden”, sagte Salman. “Das Wichtigste ist doch: Jeder wird akzeptieren, dass sie hier herkommen. Aber sie werden unsere Regeln akzeptieren müssen.” Er habe vor allem Probleme damit, wenn Kinder Schwule sähen. Denn diese würden dann etwas lernen, was nicht gut sei. In seinen Augen ist Schwulsein “haram” und verboten, meinte Salman. “Es ist ein geistiger Schaden.” Das Interview wurde sofort durch den Pressesprecher des WM-Organisationskomitees abgebrochen.

Katar gilt als einer der umstrittensten Gastgeber in der WM-Geschichte. Dem Emirat werden unter anderen Verstöße gegen Menschenrechte, schlechter Umgang mit ausländischen Arbeitern und mangelnde Frauenrechte vorgeworfen. Im Vorfeld der am 20. November beginnenden WM bemüht sich der Wüsten-Staat, ein anderes Bild zu vermitteln. Auch Fans aus der LGBTQ-Szene seien willkommen, hieß es offiziell.

In der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” (Montag) hatte Außenminister Mohammed bin Abdulrahman Al Thani die Kritik an Katar vor allem aus Europa als “sehr arrogant und sehr rassistisch” bezeichnet. Zugleich hatte er auf Reformen in seinem Land verwiesen, die auch nach der WM fortgesetzt würden.

Von: APA/dpa

Kommentare

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9 Kommentare auf "WM-Botschafter nennt Homosexualität “geistigen Schaden”"


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Pasta Madre
Pasta Madre
Grünschnabel
21 Tage 3 h

Die letzten WM und Olimpoaorte (China/ Russland) waren ein katastrophaler Fehler, sei es was Menschenrechte, wie auch Freiheitsrechte angeht.
Und jetzt Katar
Länder die Menschen, besonders Frauen Diskriminieren sollen kein Recht auf die Austragung solcher Spiele haben.

Superredner
21 Tage 4 h

Es gibt keinen Grund zu Kritik, man wusste ganz genau, wo man die WM veranstaltet und was die jeweiligen Kulturkreise von Homosexualität sowie Feminismus halten. Die gleichen Kritiker laden, jedoch auch Leute mit demselben Gedankengut ins Land und die eigenen Leute beschimpfen sie dafür. Jedoch wird sich in den Katar kein Protest ausgehen oder irgendeine Trotzreaktion, dafür gibt es nämlich in dem Land circa 7 Jahre Haftstrafe.

xyz
xyz
Superredner
21 Tage 4 h

Wie kann man in so einem Land eine WM austragen? Die einzige Hoffnung: vor 100-50 Jahren waren wir auch auf diesem Punkt… in der Kirche ist vieles leider immer noch dort… vll. ändert sich ja etwas

Mimispatz
Mimispatz
Grünschnabel
21 Tage 2 h

Der geistige Schaden bestand darin, die WM überhaupt nach Katar zu vergeben. Ein Boykott wäre sinnvoll, aber das werden mal wieder wirtschaftliche Interessen verhindern

Rudolfo
Rudolfo
Universalgelehrter
21 Tage 2 h

😡😡😡😡😡😡😡😡😡😡😡😡😡Ich bin sehr gespannt, was der FIFA Allerheilige 😇😡 Gianni Infantino dazu sagt….

Doolin
Doolin
Kinig
20 Tage 23 h

…nichts…
🤪

OrB
OrB
Kinig
20 Tage 13 h

@Rodolfo
Wird die Aussage, nach Erhalt eines Taschengeldes, herunterspielen, dass man nur falsch verstanden wurde. 😡😡

Dolomiticus
Dolomiticus
Universalgelehrter
21 Tage 2 h

Es ist jetzt wohl zu spät, aber ich hätte mir schon erwartet, dass gewisse westliche Länder mit einem gewissen Gewicht im Fußball, den FIFA-Bonzen nahelegen, sich das nächste Mal die WM selber auszuspielen, wenn sie wieder so eine Schnapsidee ausbrüten…

hage
hage
Superredner
21 Tage 44 Min

Eichtig wäre jetzt, dass Spieler und Reporter aus der heilen Babble, die ihnen wohl gebiten wir, ausbrechen und die Wahrheit berichten.

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