Marc Marquez ist der Gejagte in der MotoGP

WM-Jagd auf Marquez beginnt wieder unter Wüsten-Flutlicht

Donnerstag, 15. März 2018 | 11:36 Uhr

Am Sonntag beginnt zum bereits elften Mal in Katar unter Flutlicht die Motorrad-Straßen-WM. Der Losail International Circuit ist Auftakt-Schauplatz der 70. Zweirad-WM-Saison. Zum Jubiläum gibt es gleich 19 Rennen sowie 24 Fahrer in der MotoGP. In der Königsklasse beginnt in Doha auch die Jagd auf Topfavorit Marc Marquez. Der Spanier hat von den jüngsten fünf Weltmeisterschaften vier gewonnen.

In Summe hält der immer noch erst 25-Jährige bei bereits sechs WM-Titeln, nachdem er zuvor schon Champion bei den 125ern (2010) und der Moto2 (2012) war. Seit Honda-Pilot Marquez in der höchsten Kategorie unterwegs ist, hat er nur ein Mal 2015 (3.) nicht den Titel geholt. “Ich bin schon sehr aufgeregt, dass es los geht. Aber Katar ist nicht die einfachste Strecke für uns”, sagte Marquez vor dem Neustart am Sonntag um 17.00 Uhr MEZ (live ServusTV).

In der MotoGP sind trotz Rekord-Starterfeld die sechs Piloten der drei großen Werksteams weiterhin jene Fahrer, die wohl den Titelkampf unter sich ausmachen. Beim Honda Repsol Team blieb Landsmann Daniel Pedrosa Teamkollege von Marquez, bei Yamaha lautet das Duo erneut Valentino Rossi (ITA) und Maverick Vinales (ESP), Ducati vertraut weiter auf Jorge Lorenzo (ESP) und Andrea Dovizioso (ITA). Der 32-jährige Italiener hielt den Titelkampf im Vorjahr bis zum Finale in Valencia offen und hinterließ auch bei den Winter-Testfahrten einen starken Eindruck. Als Geheimtipp wird der französische Yamaha-Tech3-Pilot Johann Zarco gehandelt.

Von den fünf Neulingen ist der bekannteste Moto2-Weltmeister Franco Morbidelli aus Italien. Sein Teamkollege beim belgischen Honda-Kundenteam Marc VDS ist mit dem Schweizer Thomas Lüthi ebenfalls ein aus der Moto2 aufgestiegener MotoGP-Rookie. Der Japaner Takaaki Nakagami (LCR Honda), Hafizh Syahrin aus Malaysia (Yamaha Tech 3) und der Belgier Xavier Simeon (Ducati Avintia) sind die restlichen Neulinge.

Der 23-jährige Syahrin, Ersatz für den erkrankten Jonas Folger, unterstreicht, dass die Begeisterung über die Motorrad-WM mit ihren über 250 PS starken MotoGP-Prototypen vor allem in Asien gerade durch die Decke geht. So werden beim neuen Rennen auf dem Chang International Circuit in Buriram in Thailand am 7. Oktober 300.000 Fans erwartet, nachdem schon bei den Testfahrten 30.000 zugeschaut haben.

Sentimentaler Held der spannendsten Motorsport-Serie der Welt ist erneut Valentino Rossi, auch wenn der letzte Titel des 39-jährigen Italieners schon neun Jahre zurückliegt. “Il Dottore” nimmt mit Yamaha in seiner bereits 23. Saison einen weiteren Anlauf, um zum zehnten Mal Weltmeister zu werden. Der siebenfache Königsklassen-Champion würde damit hinsichtlich Gesamtzahl an Titeln zur alleinigen Nummer drei hinter dem Italiener Giacomo Agostini (15) und dem Spanier Angel Nieto (13) aufsteigen.

Für KTM ist es das zweite Jahr in der MotoGP, die Oberösterreicher gehen aber wie schon 2017 in allen drei Klassen an den Start. Beim Red Bull-KTM-Werksteam vertraut man weiterhin auf Pol Espargarao und Bradley Smith. Der Spanier Espargaro geht nach einem Teststurz und einer Rücken-Operation aber gehandicapt ins erste Rennen.

Als Neuling hat KTM nach wie vor technische Vorteile, zudem darf man in gleich sechs Rennen drei Fahrer einsetzen. So auch beim Heimrennen am 12. August in Spielberg. Ersatzpilot bei KTM ist weiter der Finne Mika Kallio. Nachdem gleich in der Debüt-Saison Punkte und Top-Ten Plätze geholt worden sind, hofft man bei KTM auf einen Vorstoß in Richtung Top-6.

“Entwicklungssprünge wie im ersten Jahr sind aber nicht jede Saison abrufbar”, warnte Ex-Pilot August “Gustl” Auinger, der auch dieses Jahr für ServusTV den Fernseh-Experten gibt. “Wenn es gelingt, öfter in die Top-10 zu fahren als 2017, hat das Team schon einen klaren Schritt nach vorne gemacht”, ist Auinger überzeugt. ServusTV überträgt an jedem Wochenende live, in HD und im Free TV und steigt 2018 bereits ab dem 3. freien Training am Samstag ins Geschehen ein.

In der Moto2, der fairsten Klasse, wird nach dem Weggang von Morbidelli und Lüthi ein offener Titelkampf erwartet. Titelanwärter sind Mattia Pasini und Alex Marquez, der Bruder des MotoGP-Champions. Beim KTM-Werksteam vertraut man weiter auf die Fahrer Miguel Oliveira und Brad Binder. Moto3-Weltmeister Joan Mir ist ebenso in die Moto2 aufgestiegen wie Bo Bendsneyder, der bei KTM Red Bull Ajao von Binders jüngerem Bruder Darryn ersetzt wird. Das KTM-Werksteam ist 2018 in der kleinsten Klasse mit nur noch einem Piloten am Start.

Von: apa