Französin Worley gewann Riesentorlauf in Lenzerheide

Worley gewinnt Lenzerheide-Riesentorlauf, Vlhova out

Sonntag, 06. März 2022 | 15:18 Uhr

Tessa Worley hat am Sonntag den Weltcup-Riesentorlauf in Lenzerheide gewonnen. Die Französin stürmte mit zweitbester Laufzeit von Platz drei noch zum Sieg vor einer entfesselten Federica Brignone (ITA) sowie Olympiasiegerin Sara Hector (SWE), die zur Halbzeit noch geführt hatte. Mikaela Shiffrin (USA) wurde nach einem Sicherheitslauf Vierte und baute ihre Führung im Gesamtweltcup aus, weil Petra Vlhova ausschied. Beste Österreicherin wurde Katharina Liensberger als Sechste.

Worley gewann eines der anspruchsvollsten Frauen-Rennen des Winters und sorgte dafür, dass nach dem Premieren-Erfolg von Romane Miradoli am Samstag im Super-G beide Lenzerheide-Rennen an Frankreich gingen. Während Katharina Truppe zur Halbzeit als Sechste noch beste ÖSV-Fahrerin war, fiel die Kärntnerin in der Entscheidung auf Platz 11 zurück. Liensberger hingegen katapultierte sich auf dem deutlich angenehmer gesetzten Lauf von ÖSV-Coach Wolfgang Grabner mit sechstbester Laufzeit noch von 12 auf 6 und wurde dafür bei erneutem Prachtwetter auch von ihrem mitgereisten Fanclub bejubelt.

Im Riesentorlauf-Weltcup führt Hector zwei Rennen vor Schluss mit 522 Zählern vor Worley (467) und Shiffrin (411). Da ist also noch alles offen. In der Gesamtwertung hält Shiffrin nun bei 1.156 Zählern und damit deutlichen 117 Zählern Vorsprung auf Vlhova (1.039), die vor Lenzerheide noch gleichauf mit der Amerikanerin gelegen war.

Als Erste in Lauf eins gegangen war Shiffrin, weil die mit Nummer 1 ausgestattete Lara Gut-Behrami kurzfristig auf ein Antreten verzichtet hatte. Die Schweizerin hatte beim Einfahren einen Schlag auf das Knie erlitten und klagte auch über Rückenschmerzen. Auch bei den kommenden Rennen in Aare ist ein Verzicht der Tessinerin deshalb offenbar vorstellbar.

Shiffrin legte wie schon am Samstag, als sie im Super-G erstmals seit ihrem Olympia-Desaster wieder im Weltcup angetreten und gleich Zweite geworden war, solide Fahrten hin und reihte sich zunächst knapp hinter Hector auf Halbzeit-Platz zwei ein. Für Vlhova, die im Super-G nur 18. geworden war und Shiffrin damit wieder die alleinige Führung überlassen hatte, war das Out am Sonntag ein weiterer bitterer Rückschlag in Lenzerheide.

“Natürlich wäre ich gerne besser gewesen. Aber so ist unser Sport und manchmal kann so etwas passieren”, sagte die Slowakin. “Es ist zwar noch nicht ganz vorbei. Aber es wird jetzt schon schwierig, noch an Mikaela heranzukommen”, meinte die Slalom-Olympia- und Weltcupsiegerin, die das Thema entspannt sieht. “Alles was ich vor der Saison wollte, habe ich in der Tasche. Die große Kugel wäre der Bonus gewesen.”

Einer der schwierigsten Riesentorläufe des Jahres – nur 37 kamen im ersten Durchgang in die Wertung – mit seiner supersteilen Startsektion wurde im Finale von Grabner mit einer weiteren Kurssetzung etwas entschärft. Eine der Nutznießerin war – erneut vor den Augen von Tennis-Superstar Roger Federer – Liensberger, die mit sechstbester Laufzeit von Platz zwölf noch deutlich nach vorne kam.

“Es hat eine echte Freude gemacht. Ich habe im zweiten die Ski gut auf Zug gebracht, das war entscheidend”, erklärte die Vorarlbergerin. “Es ist wunderschön da und wieder mit vielen Zuschauern zu fahren. Das ist ein gutes Platzer für mich hier”, erinnerte sie an das einstige Weltcup-Finale in Lenzerheide.

Truppe fiel hingegen auf Platz 11 zurück. “Es ist leider nach hinten los gegangen. Ich bin oben nicht rein gekommen und das hat sich dann durch den ganzen Lauf gezogen”, erklärte die Kärntnerin. “Man muss trotzdem am Boden bleiben. Ein Elfter ist immer noch gut. Der zweite war leider von oben weg ein totaler Murks, die weiten Abstände liegen mir nicht so”, gestand Truppe. “Daran muss ich arbeiten.”

Ricarda Haaser wurde 17., Ramona Siebenhofer 21. und Katharina Huber 222. Der Rest schied aus oder verpasste die Qualifikation.

Hector vergab ihre Siegchance, weil sie in der Entscheidung zu sehr mit der Brechstange fuhr. Sie hatte ihren heikelsten Moment aber schon beim Abbremsen im Zielraum von Lauf eins gehabt, als sie dabei fast mit dem TV-Kameramann kollidiert wäre. In Lauf zwei sorgte ein spektakulärer Sturz von Meta Hrovat für Aufsehen. Die slowenische Halbzeit-Vierte konnte aber mit Hilfe weghumpeln.

Weiter geht es für die Alpin-Damen vor dem Finale mit Riesentorlauf und Slalom am Freitag und Samstag in Aare (Schweden).

Von: apa

Kommentare
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mandorr
mandorr
Superredner
2 Monate 21 Tage

Grande Federica!!!!

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