Punktlandung auf Platz zehn

Ziegler/Kiefer erreichten bei Eiskunstlauf-WM Top-Ten-Ziel

Donnerstag, 21. März 2019 | 16:40 Uhr

Das österreichische Paarlauf-Duo Miriam Ziegler/Severin Kiefer hat bei den Weltmeisterschaften der Eiskunstläufer in Saitama in Japan sein gestecktes Top-Ten-Ziel erreicht. Die beiden verbesserten sich am Donnerstag in der Kür vom elften Platz nach dem Kurzprogramm auf Endposition zehn, wobei ihnen dafür die elftbeste Kürleistung reichte. Es siegten die Chinesen Sui Wengjing/Han Cong.

Ziegler/Kiefer hatten bisher Rang 14 vom Vorjahr als ihr bestes WM-Ergebnis stehen. Mit 178,66 Punkten blieben sie nun knapp 8,5 Punkte unter ihrer Bestmarke, aufgestellt am 17. November des Vorjahres beim Rostelecom Cup in Moskau. Allerdings wurden der Salzburger und die Burgenländerin gut zwei Wochen danach mental aus der Bahn geworfen, als mit dem Franzosen Jean-Francois Ballester einer ihrer Trainer 53-jährig einem Herzinfarkt erlag.

Nur langsam erholten sich die beiden von diesem Schicksalsschlag, verzichteten auf ein Antreten vor Weihnachten bei den Staatsmeisterschaften und gaben bei den Europameisterschaften im Jänner in Minsk nach dem Kurzprogramm auf Platz sieben liegend auf. Der nötige Fokus sei noch nicht da gewesen. Der danach erfolgte Neuaufbau u.a. bei Olympiasieger Bruno Massot in der Schweiz hat sich nun aber ausgezahlt.

Der 28-jährige Kiefer und die seit Dienstag 25-jährige Ziegler beendeten die Konkurrenz als sechstbestes europäisches Paar, womit sie nun vor dem anstehenden Heim-Event auch einen guten Gradmesser auf kontinentaler Ebene haben. Denn die nächsten Europameisterschaften finden in der Woche ab 20. Jänner 2020 in Graz statt. Vor dem ÖEKV-Gespann rangieren aus Europa außer den drei angetretenen russischen Teams noch je eine Equipe aus Frankreich und Italien.

Sui/Han wiederholten ihren Gold-WM-Coup von vor zwei Jahren, die Olympia-Zweiten fingen mit der besten Kürleistung des Feldes mit 234,84 Punkten die Kurzprogramm-Besten und zweifachen Europameister Jewgenia Tarassowa/Wladimir Morosow noch um 6,37 Zähler ab. Deren russische Landleute Natalia Sabijako/Alexander Enbert holten Bronze (217,98). Die Top Sieben kamen auf mehr als 200 Punkte, Ziegler/Kiefer hätten sich auch mit ihrer Punktetopmarke rangmäßig nicht verbessert.

Rang zehn der in Kuchl in Salzburg wohnenden Miriam Ziegler und Severin Kiefer ist das beste österreichische WM-Ergebnis seit 21 Jahren. 1997 hatte Julia Lautowa im Einzel der Damen in Lausanne Platz acht erreicht. Ein Top-Ten-Paarlauf-Ergebnis auf WM-Ebene liegt noch um einiges länger zurück, 1965 schafften das Gerlinde Schönbauer und Wilhelm Bietak in Colorado Springs.

“Diese WM-Platzierung ist ein schöner Saison-Abschluss für uns. Wir freuen uns riesig über diesen Erfolg, der uns zeigt, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden”, sagte Ziegler, und Kiefer ergänzte. “Auch wenn wir nicht ganz fehlerfrei durch unsere Kür gekommen sind, so haben wir doch von der ersten bis zur letzten Sekunde gekämpft.”

Im Kurzprogramm der Herren gab der erst 16-jährige Luc Maierhofer eine weitere Talentprobe ab. Zwar verpasste der Wiener unter 35 Konkurrenten mit Platz 26 die Qualifikation für die Kür der Top 24, doch platzierte er sich nur um sechs Positionen schlechter als bei der Minsk-EM. Dazwischen lag Rang 18 bei den Junioren-Weltmeisterschaften.

Diesmal war der in Italien bei Coach Lorenzo Magri trainierende Maierhofer in einem inner-europäischen Ranking 14. Mit 65,78 Punkten blieb der Teenager 4,69 Zähler unter seiner zwei Wochen alten Kurzprogramm-Bestleistung. Mit den 70,47 Zählern von der Junioren-WM wäre sich allerdings eine Verbesserung um nur einen Rang ausgegangen.

Kurzprogramm-Bester war Titelverteidiger Nathan Chen. Der 19-Jährige beeindruckte mit 107,40 Punkten, womit er seine bisherige Bestmarke um gleich 14,41 Zähler überbot. Der 24-jährige Jason Brown sorgte mit 96,81 Zählern für eine US-Doppelführung, der WM-Siebente 2017 trainiert seit einem Jahr bei Brian Orser in Toronto. Der 24-jährige japanische Olympiasieger Yuzuru Hanyu (94,87) hat wohl kaum noch eine realistische Chance auf seinen dritten WM-Titel.

Von: apa