US-Open-Halbfinalist Busta spielt auch beim Erste Bank Open in Wien

Zwei Wien-Kandidaten um Finalplatz bei US Open

Donnerstag, 07. September 2017 | 14:17 Uhr

Im Schatten des Knüllers zwischen Rafael Nadal und Thiem-Bezwinger Juan Martin del Potro geht in der Nacht auf Samstag bei den US Open in New York die zweite Vorentscheidung in Szene. Das Match zwischen dem Spanier Pablo Carreno Busta und Kevin Anderson aus Südafrika ist das Halbfinale der Außenseiter, besonders aufmerksam verfolgt in Wien. Beide Spieler sind Kandidaten für die Erste Bank Open.

Es ist gut möglich, dass das Stadthallen-Turnier vom 21. bis 29. Oktober neben Assen wie Lokalmatador Dominic Thiem, dem deutschen Jungstar Alexander Zverev, einem Milos Raonic, Tomas Berdych oder Jo-Wilfried Tsonga zumindest auch einen US-Open-Finalisten am Start hat. Weil das Antreten von Andy Murray noch immer äußerst fraglich ist, wären Carreno Busta und/oder Anderson eine besondere Bereicherung. Turnierdirektor Herwig Straka war bis zuletzt in guten Gesprächen mit beiden Spielern.

Zwei Außenseiter im US-Open-Halbfinale der unteren Rasterhälfte sind nach den Absagen verletzter Asse wie Novak Djokovic, Murray oder Stan Wawrinka, Kei Nishikori und Milos Raonic zwar keine Sensation, mit dem als Nummer 12 gesetzten Carreno Busta und dem als 28 gereihten Weltranglisten-32. Anderson war aber nicht unbedingt zu rechnen gewesen. Wiewohl Anderson 2015 in New York schon knapp dran war. Damals verlor der 2,03 Meter große Wahlamerikaner erst im Viertelfinale gegen den Schweizer Stan Wawrinka.

Diesmal nutzte Anderson gegen Sam Querrey (USA) seine Chance zum erstmaligen Einzug in ein Major-Halbfinale. Der bereits 31-Jährige ist damit der erste Grand-Slam-Halbfinalist aus Südafrika seit über 14 Jahren. 2003 hatte Wayne Ferreira die Vorschlussrunde bei den Australian Open erreicht.

Auf jeden Fall wird damit ein Außenseiter am Sonntagabend sein erstes Grand-Slam-Endspiel absolvieren. Carreno Busta gilt trotz seiner guten Weltranglisten-Platzierung 19 bisher eher als “Tennis-Nobody”. Der 26-Jährige fertigte im Viertelfinale den Argentinier Diego Schwartzmann in drei Sätzen ab und erreichte damit ohne Satzverlust und ebenfalls erstmals ein Grand-Slam-Halbfinale. Ein Mitgrund für seinen “Sweep” könnte sein, dass Spaniens Nummer drei in den bisher fünf US-Open-Matches gleich vier Mal gegen Qualifikanten gespielt hat.

Schwartzmann war im Viertelfinale Carreno Bustas erster Gegner, der in Flushing Meadoews nicht zuvor durch die Qualifikationsmühlen musste. Aber auch diese Aufgabe bestand der Spanier in nicht einmal zwei Stunden mit Bravour. “Es ist unglaublich. Das ist etwas, wovon ich geträumt habe”, sagte er nach seinem 1:58 Stunden langen Viertelfinal-Auftritt.

Ein Endspiel gegen seinen Landsmann und “Kumpel” Nadal wäre wohl die Krönung. Oder sogar “fantastisch”, zeigte Carreno Busta im Finish seines Erfolgslaufes keine Berührungsängste mit einem möglichen großen Schlussakt gegen die Nummer eins der Welt. “Vielleicht ist es ja sogar einfacher, wenn in deinem Land Rafa all die Aufmerksamkeit hat und du nicht so im Fokus stehst.”

In seinem erfolgreichsten Tennis-Jahr profitiert Carreno Busta auch von Trainingseinheiten mit dem 15-maligen Grand-Slam-Turniersieger Nadal. “Wenn du das Glück hast, mit ihm sehr gut befreundet zu sein, lernt man sehr viel. Er ist sehr wichtig für mich.”

Von: APA/dpa/ag.