Er hatte ein fotografisches Gedächtnis

20 Autoeinbrüche im Wipptal: Täter gefasst

Dienstag, 09. Juni 2015 | 12:42 Uhr

Wiesen – 20 Autos soll ein unscheinbarer Mann in Wiesen in Pfitsch aufgebrochen und geplündert haben. Nun klickten für den Serientäter die Handschellen.

Die Carabinieri haben einen 35-jährigen Rumänen wegen erschwerten Diebstahls angezeigt, der bislang nicht weiter aufgefallen war und auch nicht vorbestraft ist.

Täter nutzt mangelnde Vorsicht aus

Die Einbruchsserie begann in Wiesen in Pfitsch am 11. Mai. Seitdem kam es in der Fraktion fast jeden Tag zu ähnlichen Meldungen. Der Mann soll sich zunächst mit den Gewohnheiten seiner Opfer vertraut gemacht haben, um dann zuzuschlagen.

In vielen Fällen war es nicht einmal nötig, die Fahrzeuge mit einem Schraubenzieher aufzubrechen. Oft waren die Autos nicht abgesperrt. Die Beute reichte in den unterschiedlichen Fällen von etwas Kleingeld bis hin zu mehreren 100 Euro.

Leider hatten viele Opfer Brieftaschen mit höheren Summen gut sichtbar in ihrem Fahrzeug liegen lassen. Bei den letzten Einbrüchen am 3. und 4. Juni wurden insgesamt 630 Euro entwendet.

Mit dem Bus zur „Arbeit“

Die Carabinieri hatten im Verlauf der Ermittlungen mehrere Personen vernommen, um mögliche Hinweise auf den Täter zu erhalten – unter anderem Kaufleute aus der Gegend, aber auch Zugschaffner sowie Bus- und Taxifahrer. Dadurch stießen sie auch auf den mutmaßlichen Täter.

Der Mann reiste mit öffentlichen Verkehrsmitteln in Anzug und Krawatte sowie einen kleinen schwarzen Rucksack an, um dann am späten Abend zuzuschlagen.

Am Montagabend ging die Rechnung für ihn allerdings nicht auf. Ein Mann, der auf die Beschreibung passte, wurde bei Franzensfeste im Bus in Richtung Sterzing von den Carabinieri aufgehalten. Er war zwar elegant gekleidet, hatte allerdings keine Dokumente bei sich. In seinem Rucksack entdeckten die Carabinieri dunkle Kleidung, eine Sturmmaske, einen Schraubenzieher und eine Taschenlampe.

Schließlich legte der Mann, nachdem er in die Kaserne gebracht worden war, ein Geständnis ab.

Fotografisches Gedächtnis

Eine Kuriosität, die den Carabinieri auffiel, war: Der Mann erinnerte sich genau an die Autos, die er aufgebrochen, und auch an die Gegenstände, die er daraus entwendet hatte. So kannte er etwa das Auto, aus dem er eine Goldkette gestohlen hatte, die er bei der Vernehmung bei sich hatte.

Den Carabinieri war die Kette nicht als gestohlen gemeldet worden. Der Mann erklärte allerdings, dass er sie aus einem Auto an sich genommen habe, das nicht abgesperrt gewesen sei. Der Besitzer hatte den Diebstahl gar nicht bemerkt. Als ihm die Carabinieri die Goldkette zurückbrachten, zeigte sich dieser verständlicherweise trotzdem sehr erleichtert.

Anhand der genauen Beschreibung des Autos, die der Täter geliefert hatte, konnte der Besitzer der Kette ausfindig gemacht werden.

Von: ©mk

Bezirk: Wipptal