Pressekonferenz der Gemeindevertreter

50 Tage miteinander in Prissian

Donnerstag, 03. September 2015 | 15:55 Uhr

Tisens – Die Gemeinde Tisens hat die Medienvertreter eingeladen, um im Rahmen einer Pressekonferenz zurückschauen und um über die Erfahrungen und Projekte die im Flüchtlingsheim bereits verwirklicht wurden oder anstehen zu berichten. Seit 13. Juli 2015 sind 40 junge Männer aus Nigeria, Gambia, Mali und Guinea im Haus Noah in Prissian eingezogen. Das Haus wird von der Caritas betreut und von einer sehr engagierten Gruppe von Freiwilligen aus der Dorfgemeinschaft unterstützt.

Bürgermeister Christoph Matscher begrüßte die Vertreter der deutschen und italienischen Presse und bekundete, dass die Gemeinde voll hinter dem Projekt „Haus Noah“ stehe. Er sei überwältigt vom Engagement und der Offenheit, mit der die Bevölkerung an die Sache herangehe. Die Gemeinde werde alles daran setzen, um die nötigen gesetzlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sich die Bewohner mit ihren Fähigkeiten in der Dorfgemeinschaft konkret einbringen können.

Der Bürgermeister gab das Wort an den Direktor der Caritas Franz Kripp, welcher über die ersten Wochen und Tage seit der Aufnahme berichtete. Er lenkte kurz den Fokus auf die finanziellen Aspekte der Flüchtlingshilfe und lobte abschließend die gute Kooperation zwischen den Freiwilligen und der Hausleitung. Alexander Raich, Prodekan von Tisens, begann mit dem Zitat des deutschen Bundespräsidenten Gauck: „Es gibt ein helles Deutschland“. Er machte Mut in Bezug auf die Hilfsbereitschaft und schilderte rührende Begebenheiten aus seiner Pfarrgemeinde. Er schloss ab mit den Worten: „ Es gibt ein helles Prissian, es gibt ein helles Tisens!“

Bewegend wurde es, als Kelly Samota im Namen aller Bewohner des Hauses Noah die Anwesenden begrüßte und Worte des Dankes an die Menschen im Dorf aussprach: „You are lovely and nice people“. Er zeigte sich überrascht über die Spontaneität und Offenheit der Freiwilligen, Projekte zu organisieren ohne Nachfrage ihrerseits. Auch versicherte er, dass alle Bewohner ihren aktiven Beitrag zu einem friedlichen Zusammenleben leisten würden.

Nach ihm sprachen Julia Dalsant, Urban Hiegelsperger und Elisabeth Langes. Sie schilderten die ersten sehr persönlichen Eindrücke und Begegnungen ab dem Tag der Aufnahme. Die drei stehen für die Gruppe der Freiwilligen, die von Thomas Johannes Dalsant koordiniert wird, und die einen Querschnitt der Dorfgemeinschaft darstellt. Soziale Herkunft, Alter, Geschlecht, Berufsbild und Fähigkeiten sind bunt gemischt und setzen sich das gemeinsame Ziel, die Zeit der Bewohner des Hauses Noah so sinnvoll wie möglich zu gestalten: Sport, Sprachentreffs (neben der Sprachkursen der Caritas), Spielenachmittag mit der Jungschar, Instrumente bauen mit Max Castlunger, interkulturelles Kochen, Gartenprojekt und das Theaterprojekt für das Weihnachtsspiel, bei dem fünf Bewohner einen aktiven Part übernehmen werden. Es wurde betont, dass Menschen, die Interesse haben zu helfen, Ideen haben, oder einfach nur vorbeischauen möchten, sich jederzeit bei der Freiwilligengruppe oder direkt im Haus Noah melden können.

Die Runde wurde abgeschlossen von Vize-Bürgermeister Thomas Knoll, der das Neue und Andere als Chance für eine positive Entwicklung der Gemeinde sieht. Er sprach kurz ein anstehendes Projekt mit der Grundschule Tisens an und bedankte sich für die allgemeine positive Resonanz im Dorf.

Von: ©mk

Bezirk: Burggrafenamt