Keine Bauermächtigung notwendig

“Abdriftnetze in Südtiroler Raumordnung unbekannt”

Montag, 08. Juni 2015 | 16:31 Uhr

Bozen – Der Freiheitliche Landtagsabgeordnete und Parteiobmann, Walter Blaas, erkundigte sich aufgrund eines Fallbeispiels über die rechtliche Situation der Abdriftnetze in Südtirol. Dabei seien gesetzlichen Lücken deutlich geworden, erklären die Freiheitlichen in einer Aussendung.
 
„Auf Ebene der Raumordnung und des Landschaftsschutzes werden die Abdriftnetze in keiner gültigen Regelung direkt angesprochen“, entnimmt der Freiheitliche Landtagsabgeordnete aus dem ihm vorliegenden Informationen einleitend. „Aus landschaftsästhetischen Gründen sei eine vermehrte Anbringung von Abdriftnetzen in einem Tourismusland wie Südtirol kritisch zu hinterfragen“, hält Blaas aus der Antwort des zuständigen Landesrates fest.
 
Blaas bemängelt die fehlende Berücksichtigung der Abdriftnetze in den gesetzlichen Regelwerken des Landschaftsschutzes und in der Südtiroler Raumordnung. Der Freiheitliche Landtagsabgeordnete verlangt eine klare gesetzliche Regelung, genau wie bei Hagelnetzen, Kulturschutzfolien und Kulturschutznetzen. Der Artikel 68 des Landesraumordnungsgesetzes vom 11. August 1997 regelt die aufgezeigten Bereiche, aber der Begriff der „Abdriftnetze“ ist dort nicht angeführt.
 
„Abdriftnetze werden in bestimmten Fällen ohne Ermächtigung – weder vonseiten des Bürgermeisters noch eines Landesamtes – errichtet. Auch liegen keine Baubeginnmeldungen in den Gemeinden auf“, erklärt Walter Blaas.
 
Die Landesregierung hat mit dem Beschluss Nr. 817 vom 1. Juli 2014 Vorschriften im Bereich der Verwendung von Pflanzenschutzmitteln erlassen. „Darin wird die Errichtung von Abdriftbarrieren angeregt, zum Schutz gegen Abdrift von Pflanzenschutzmitteln. Schäden an Personen, Tieren oder Sachen und negativen Auswirkungen auf das öffentliche und private Eigentum sollen durch diese Barrieren vermieden werden“, beschreibt der Freiheitliche Landtagsabgeordnete abschließend.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen