Beschlüsse ohne Rücksprache gefasst

Ärztegewerkschaft auf Kriegsfuß mit Schael

Mittwoch, 23. September 2015 | 07:49 Uhr

Bozen – Dem neuen Generaldirektor des Südtiroler Sanitätsbetriebes, Thomas Schael, weht ein rauer Wind vonseiten der Gewerkschaften entgegen. So bestehen die Gewerkschaften darauf, dass sie angehört werden, bevor man Beschlüsse fasst, die das Personal betreffen.

Die Spitalsärztegewerkschaft Anaao/VLK hat Schael gestern von ihrem Rechtsanwalt Domenico Laratta die Aufforderung zukommen lassen, seinen Beschluss, für 993.000 Euro fünf externe Berater zur klinischen Reorganisation einzusetzen, zurückzunehmen. Die Gewerkschaft gibt dem Generaldirektor dafür bis 25. Dezember Zeit. Andernfalls will sie vor das Arbeitsgericht ziehen.

Das Geld für die Berater werde aus dem Fortbildungsfonds für Ärzte entnommen, kritisiert die Ärztegewerkschaft. Die Gewerkschaft fragt auch, warum es diese Berater überhaupt braucht. Immerhin sollten ihrer Ansicht nach vier ärztliche Leiter und vier Sanitätskoordinatoren in den Bezirken sowie ein Sanitätsdirektor des Betriebs, also insgesamt neun Personen, eigentlich reichen, um die Reorganisation des Gesundheitswesens in Südtirol zu betreuen.

Zudem kritisiert die Anaao einen zweiten Beschluss: Schael habe die Errichtung eines Betriebsdepartments für Prävention beschlossen – ebenfalls ohne Rücksprache mit den Gewerkschaften.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen