In der Vergangenheit war es immer wieder zu Problemen gekommen

Ansagen in Stadtbussen: Aussprache zwischen SASA und Blindenverband

Donnerstag, 18. Juni 2015 | 09:44 Uhr

Bozen – Am 12. Juni hat ein Treffen zwischen dem Präsidenten der SASA Stefano Pagani und dem Vorsitzenden des Südtiroler Blinden- und Sehbehindertenverbandes, Dr. Valter Calò, stattgefunden, bei welchem über das Problem der unregelmäßigen Haltestellen- und Linienansagen bei den Bussen gesprochen worden ist. Am Treffen haben außerdem der Vizepräsident des Blindenverbandes  Riccardo Tomasini und die Generaldirektorin der SASA Dr. Petra Piffer teilgenommen.

Die Vertreter des Blindenverbandes und der SASA waren sich darüber einig, dass das System in den vergangenen Wochen sehr viel besser funktionierte als zuvor. Präsident Pagani hat Dr. Calò alle Maßnahmen erläutert, welche die SASA ergriffen habe, um die aufgetretenen Schwierigkeiten zu beseitigen. Hierfür war monatelanger Einsatz seitens der SASA notwendig. Einige Unregelmäßigkeiten werde es allerdings auch in Zukunft geben, welche auf ungedeckte Bereiche im Satellitennetz zurückzuführen seien, da das Betriebssystem wie ein Navigator funktioniert, der die Position des Autobusses ermittelt und dem System die entsprechenden Informationen übermittelt, erklärte Pagani.

Darüber hinaus wurde vereinbart, dass der  Blinden- und Sehbehindertenverband der SASA Informationen über aufgetretene Unregelmäßigkeiten umgehend mitteilt, sodass die Autobusgesellschaft laufend über diese informiert ist.

Ein weiterer wichtiger Punkt über den gesprochen worden ist, war die Aufforderung an die Fahrgäste, beim Warten an der Haltestelle dem Busfahrer durch Handaufhalten anzuzeigen, dass man einsteigen möchte. Dies ist für Blinde oder Sehbehinderte naturgemäß sehr schwierig bzw. unmöglich. Präsident Pagani hat die Vertreter des Verbandes darüber informiert, dass in den vergangenen Tagen die Fahrer angewiesen worden seien, auf jeden Fall an allen Haltestellen stehen zu bleiben, auch wenn nur ein einziger Fahrgast dort wartet und auch wenn dieser kein Handzeichen gibt.

Auf Anfrage des Blindenverbandes hat sich die SASA bereit erklärt, Treffen zwischen Blinden und Sehbehinderten und den Busfahrern zu organisieren, um sich darüber auszutauschen, was diese sehen und nicht sehen, da Information und Weiterbildung für alle von grundlegender Wichtigkeit sind.

Schließlich wurde über die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit zwischen der SASA und einigen Mitgliedern gesprochen, um eine App für Smartphone zu testen, mit deren Hilfe die Nutzer, sehende und nicht sehende, zukünftig in Echtzeit Informationen über die Position des Autobusses, Ankunftszeit sowie viele weitere Informationen erhalten können.

Dr. Calò hat mit der Feststellung geendet, dass die Stunde Null eingetreten sei und er hoffe, dass es durch Zusammenarbeit und gutem Willen auf beiden Seiten gelingt, die Mitglieder zu beruhigen, deren Mobilität in Bozen sehr erschwert war. Er erinnerte daran, dass Bozen eine Tourismusstadt ist und dass diese Dienste vielen zugutekommt und nicht nur jenen, die bei der Mobilität auf Hilfe angewiesen sind.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen