Blaas: „Für Landesregierung und Bahngesellschaften kein Problem“

Aufdringliche Bettelei in Zügen

Mittwoch, 03. Juni 2015 | 08:32 Uhr

Bozen – Der Freiheitliche Landtagsabgeordnete und Landesparteiobmann Walter Blaas informierte die Landesregierung über „permanente Belästigungen von Fahrgästen in Südtirols Zügen durch Bettelbanden“ und forderte in einer Anfrage die Landesregierung zu einer Stellungnahme auf.
 
Auf Blaas‘ Frage, ob der Landesregierung diese Problematik bekannt sei, antwortete Landesrätin Martha Stocker, dass der SAD, welche die Zugstrecke Meran-Innsbruck bedient, keine systematischen Fälle von Bettelei bekannt seien. Bei der Trenitalia hingegen sei die Problematik präsent, halte sich allerdings in Grenzen und trete nur sporadisch in einigen Ortschaften auf.
 
Der Freiheitliche Abgeordnete wollte zudem wissen, ob die Bettelei in Zügen grundsätzlich erlaubt sei. Aus Stockers Antwort geht hervor, dass das Dekret 753 aus dem Jahr 1980 Singen, Musizieren und Geldsammeln sowohl in Zügen als auch in Bahnhöfen verbiete. Ein Verstoß dagegen werde mit einem Bußgeld zwischen 46 und 139 Euro bestraft.

Blaas hält die Antwort von Martha Stocker für beschönigend. „Uns werden von der Bevölkerung immer wieder Beschwerden über aufdringliche Bettler und Bettlerinnen in Zügen gemeldet. Es ist erstaunlich, dass dieses Phänomen für die Landesregierung und die Bahngesellschaften anscheinend kein großes Problem darstellt. Wir Freiheitlichen sind anderer Auffassung und verlangen konkrete Regeln, um dieses spürbare Problem einzudämmen“, fordert Blaas in einer Stellungnahme.
 
Zudem ist Blaas verwundert über die widersprüchlichen Aussagen der Landesräte Martha Stocker und Florian Mussner. „Während Mussner in seiner Antwort auf dieselbe Anfrage mir mitteilte, dass der Landesregierung die Problematik nicht bekannt sei, ist sie Landesrätin Stocker doch bekannt. Es scheint so, als gäbe es zu diesem Thema Kommunikationsschwierigkeiten in der Landesregierung“, so Blaas abschließend.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen