Verkehrsberuhigung

AVS für zeitbeschränkte Straßensperren auf Passstraßen

Dienstag, 28. April 2015 | 10:35 Uhr

Bozen – Jüngsten Pressemeldungen zufolge möchte der Verwaltungsrat der Stiftung Dolomiten UNESCO noch heuer den Verkehr auf den Dolomitenpässen regeln. Der Alpenverein begrüßt diese Meldung und spricht sich für eine zeitbeschränkte Straßensperrung aus.

Seit gut 15 Jahren setzt sich der Alpenverein Südtirol für die Verkehrsberuhigung auf den Passstraßen ein. Insbesondere die Dolomitenpässen werden während der Sommermonate von regelrechten Blechlawinen überrollt, davon rund ein Drittel Motorradfahrer. Entsprechend beeindruckend ist die Lärmkulisse – und dies in unmittelbarer Nähe des UNESCO-Weltnaturerbes Dolomiten. Die Beeinträchtigung betrifft die ansässige Bevölkerung ebenso wie die Erholungssuchenden.

Seit 2005 wird das Thema Verkehrsberuhigung auf den Passstraßen von CAI, SAT und AVS gemeinsam vorangetrieben – bislang ohne Erfolg. Die alpinen Vereine sind der Meinung, dass etwas geschehen muss, um dem zunehmenden Verkehrsaufkommen entgegenzuwirken. Um dem Einzugsgebiet der Passstraßen jene Erholungspause zu gönnen, die einem UNESCO-Weltnaturerbe gerecht werden, befürworten die alpinen Vereine eine zeitlich befristete Sperrung der Dolomiten-Passstraßen für den Individualverkehr (beispielsweise von 10.00 bis 15.00 Uhr, wodurch hauptsächlich der Touristenverkehr betroffen wäre) und den gleichzeitigen Einsatz eines effizienten, eng getakteten Shuttlebussystems. „Die Auszeichnung als UNESCO-Weltnaturerbe kann nämlich nicht nur Werbemaßnahme und Wirtschaftsfaktor sein, sondern sie stellt auch eine besondere Verpflichtung im Hinblick auf den Schutz und die nachhaltige Entwicklung dieser einzigartigen Gebirgsregion dar. Eine Eindämmung des Verkehrs erscheint unter diesem Gesichtspunkt dringend notwendig“, so die alpinen Vereine. Mit dieser Forderung geht es den alpinen Vereinen nicht darum, die Menschen auszusperren, sondern ihr Mobilitätsverhalten nachhaltiger zu gestalten. Das weitgehend „autofreie“ Zeitfenster wäre außerdem für den Radtourismus eine große Chance, ist der AVS überzeugt.

Der Verwaltungsrat der Stiftung Dolomiten UNESCO möchte noch heuer in dieser Sache entscheiden. „Eine gemeinsame Verkehrsregelung auf den Dolomitenpässen soll unter Einbeziehung der lokalen Bevölkerung und deren wirtschaftlicher Interessen erfolgen. Die alpinen Vereine begrüßen und unterstützen dieses Vorhaben als ersten Schritt in die richtige Richtung. Um die Verkehrsproblematik ernsthaft angehen zu können, müssen alle drei betroffenen Provinzen Bozen, Trient und Belluno an einem Strang ziehen und einen gemeinsamen Lösungsansatz erarbeiten. Die alpinen Vereine unterstreichen, dass nur eine zeitbeschränkte Straßensperrung eine wirkliche Verkehrsentlastung mit sich bringen kann. Die noch immer im Raum stehende Einführung einer Mautgebühr verspricht hingegen keine verkehrsvermindernde Wirkung“, erklärt der AVS abschließend.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen