Pinzger fordert, dass endlich etwas unternommen wird

Bären vergraulen Touristen

Mittwoch, 15. Juli 2015 | 12:14 Uhr

Bozen – Rund 100 Touristen sollen im Trentino ihren Urlaub abgesagt haben. Zu Urlaubsstornierungen aufgrund der Anwesenheit von Bären ist es in Südtirol zwar noch nicht gekommen. Trotzdem soll sich der eine oder andere Gast nach den Raubtieren erkundigt haben, weiß HGV-Präsident Manfred Pinzger.

Er fordert, dass das Projekt überdacht wird, berichtet das Tagblatt Dolomiten.

Dass der Wunsch nach Erholung im Trentino nach den jüngsten Bärenangriffen vielen vergeht, zeigen noch weitere Beispiele. Eine Schülergruppe, die zu einem Hüttenlager aufgebrochen war, durfte aus Angst vor dem Bären das Lager nicht verlassen. Ähnlich geht es einer Kinderschar, die in Candriai eigentlich im „Wald-Kindergarten“ den Sommer verbringen sollte. Statt in den Wäldern tummeln sich die Kinder nun im Park.

Laut Pinzger machen italienische Touristen häufig keinen Unterschied zwischen dem Trentino und Südtirol und zeigen sich deshalb vorsichtig.

Im April hatten 108 Mitglieder des mykologischen Vereins Monselice aus dem Veneto ihre Reise ins Trentino zum Monte Bondone gebucht. Die Bärenangriffe der vergangenen Wochen haben die Pilzfreunde aber derart verunsichert, dass viele absagten, bis nur mehr 35 übrigblieben. Deshalb wurde die Reise abgesagt.

„Der Bär kennt keine territorialen Grenzen. Es ist ein Projekt im Trentino, aber wenn er über die grüne Grenzen nach Südtirol wandert, dann ist das für den Bären kein Thema“, erklärt Pinzger laut „Dolomiten“. Unsere Wälder seien zwar schön, aber nicht geeignet für eine Bärenansiedlung. „In Slowenien, wo es riesige Waldstriche gibt, schaut das ganz anders aus“, betont der HGV-Präsident.

Er fordert deshalb, das Bärenprojekt schnellstens zu überdenken, bevor Meister Petz auch hierzulande zu einem Problem nicht nur für die Landwirtschaft wird. Pinzger schlägt vor, dass Landeshauptmann Arno Kompatscher gemeinsam mit seinem Trentiner Amtskollegen Ugo Rossi aktiv werden sollte. Rossi hat bereits erklärt, dass es gemessen am Territorium zu viele Bären im Trentino gebe.

Er fordert die Möglichkeit der Entnahme und Entfernung von Bären, nicht nur bei Gefahr, sondern auch bei wiederholten schweren Schäden. Das zuständige Ministerium soll sich bereit erklärt haben, an einem Arbeitstisch die geltenden Bestimmungen zu überarbeiten.

Die Tierschützer sehen den Sachverhalt naturgemäß anders. Bären seien schützenswerte Tiere, deren Schutz man nicht Politikern überlassen dürfe, erklärt die Liga gegen Tierversuche in einer Aussendung.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen