STF fordert Ausarbeitung einer Machbarkeitsstudie

“Bahnlinie Mals-Landeck brächte enorme Vorteile”

Dienstag, 15. September 2015 | 15:12 Uhr

Bozen – Im Rahmen einer Pressekonferenz hat die Süd-Tiroler Freiheit heute einen Beschlussantrag vorgestellt, mit welchem bereits diese Woche im Landtag die Ausarbeitung einer Machbarkeitsstudie zur Fertigstellung der Bahnlinie Mals – Landeck gefordert wird. Der Bau dieser Reschentrasse brächte der Vinschgaubahn internationale Anschlüsse und dem gesamten oberen Vinschgau und dem Oberen Gericht damit enorme ökonomische Vorteile, so die Bewegung.

„Nachdem am 27. Juli 2015 vom Südtiroler Landeshauptmann und dem Präsidenten der Region Lombardei ein Einvernehmensprotokoll unterzeichnet wurde, welches eine Studie für einen Eisenbahntunnel unter dem Ortler ins oberitalienische Veltlin vorsieht, und nachdem in den letzten Jahren bereits mehrfach Studien über eine Anbindung der Vinschgaubahn durch das Münstertal in die Schweiz angefertigt wurden, gilt es nun genau abzuwägen, welche Anbindung für den Vinschgau die meisten Vorteile brächte“, so die Süd-Tiroler Freiheit.

Sie spricht sich für einen Weiterbau der Vinschgaubahn aus und zeigt sich überzeugt, „dass die Priorität nicht auf eine kostspielige und touristisch fragwürdige Verbindung nach Bormio gelegt werden sollte, sondern vielmehr auf eine innertirolische Anbindung über den Reschen nach Landeck und somit auch weiter in die Schweiz.“

„Diese innertirolische Verbindung würde das Inntal und den Vinschgau mit einer durchgehenden Bahnlinie von Landeck über Mals bis nach Meran verbinden und brächte – gemessen an den Einwohnerzahlen und der Bedeutung für die Tourismuszentren entlang der Strecke, aber auch im Hinblick auf die internationalen Anschlussmöglichkeiten – den größten Nutzen. Nach dem Vorbild des Mobilitätskonzeptes der Pustertalbahn könnten die Skigebiete Haider Alm, Schöneben, Nauders, Serfaus-Fiss-Ladis und Fendels direkt an die Bahn angeschlossen werden. Durch den Anschluss an die Arlbergbahn in Landeck und die Möglichkeit einer Verbindung mit der rhätischen Bahn in Schuls von Pfunds oder Tösens aus würde die Vinschgaubahn damit auch direkt an internationale Linien angeknüpft“, erläutert die Bewegung.

Die Pläne hiefür seien schon fix und fertig ausgearbeitet, zwischen Landeck und Tösens wurden Teile der Bahnlinie sogar schon gebaut. Die Süd-Tiroler Freiheit hat in Vorbereitung des Beschlussantrages eine Streckenbegehung durchgeführt und dabei sowohl die bereits gebauten als auch die nur geplanten Streckenabschnitte begutachtet. „Dabei zeigte sich deutlich, dass die fertigen Pläne zur Reschenbahn lediglich an einzelnen Punkten – wie im Bereich des Reschenstausees – angepasst werden müssten, ansonsten aber größtenteils übernommen werden könnten.“

„Auch die Schweiz favorisiert einen Weiterbau der rhätischen Bahnen von Schuls bis nach Pfunds und von dort über die Reschenbahn weiter bis Landeck. Das Schweizer Bau- Verkehrs- und Forstdepartement hat hierzu bereits eine detaillierte Zweckmäßigkeits- und Linienführungsstudie ausgearbeitet. In Pfunds oder Tösens würden sich Anschlussmöglichkeiten an die Reschenbahn und somit an die Vinschgaubahn ergeben. Volkswirtschaftlich und bautechnisch erscheint der Schweiz diese Anbindung als die beste Lösung, da sie im Vergleich zur Variante durch das Münstertal wesentlich preiswerter wäre und sich in Landeck internationale Anschlussmöglichkeiten ergeben würden“, heißt es weiter.

„Die Investitionssummen für den Bau der Reschenbahn wären freilich nicht unerheblich, müssen jedoch in einem größeren Zusammenhang und im Hinblick auf die langfristige Entwicklung des Verkehrs und des Tourismus im Gebiet Vinschgau, Oberes Gericht und Engadin betrachtet werden. Die EU fördert den Bau derartig grenzüberschreitender Bahnprojekte zudem mit bis zu 20  Prozent. Bedenkt man, wie viel der Bau von Umfahrungsstraßen kostet oder wie viel Skigebiete in den Bau neuer Liftanlagen investieren, deren Lebensdauer sich auf kaum mehr als 30 Jahre beschränkt (als Beispiel sei hier die Wildspitzbahn genannt, die mehr als 20 Millionen Euro gekostet hat), so offenbart sich, dass sich die Investition in eine Bahnlinie langfristig allemal bezahlt macht. Die Erfolgsgeschichte der Vinschgaubahn spricht dabei für sich“, so die Vertreter der Süd-Tiroler Freiheit.

Da die Pläne für die Reschenbahn bereits ausgearbeitet sind, die Realisierung einfacher wäre und für das gesamte Gebiet den größeren Nutzen bringen würde, fordert die Süd-Tiroler Freiheit die Landesregierung auf, eine Studie zur Fertigstellung der Bahnlinie Mals – Landeck über den Reschen in Auftrag zu geben, heißt es abschließend.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen, Vinschgau