Sichtung bei Laas beherrscht die Gespräche in der Umgebung

Begegnung mit Bären: Nicht annähern

Montag, 22. Juni 2015 | 15:21 Uhr

Bozen – Sich keinesfalls einem Bären annähern, um ihn zu fotografieren: Diese Grundregel, heißt es aus dem Landesamt für Jagd und Fischerei, ist zu beherzigen. "Es gilt, größte Vorsicht walten zu lassen", unterstreicht Amtsdirektor Andreas Agreiter.

Bären greifen erst an, wenn sie sich bedroht fühlen. Umso wichtiger ist es, vorsichtig zu agieren und in sicherer Entfernung zu bleiben. Dies gilt auch bei Sichtung von Jungbären, da Bärenmütter über einen starken Beschützerinstinkt verfügen und sich in der Regel nicht weit von ihren Jungen entfernen.

Der Beobachter, erklärt Amtsdirektor Agreiter, muss sich langsam entfernen und dabei darauf achten, dass dem Bären stets eine Ausweichmöglichkeit bleibt. In keinem Fall darf sich ein Mensch erst entfernen und dann langsam wieder annähern, um den Bären zu fotografieren – wie es heute in der Tagespresse wiedergegeben wird. Denn dabei fühlt sich das Tier in die Enge getrieben und bedroht und könnte daher aus seinem Instinkt zum Angriff über gehen, um den Menschen in die Flucht zu schlagen. Bären sind viel schneller als Menschen, warnt Amtsdirektor Agreiter und wiederholt: "Vorbeugung ist der beste Schutz".

"Wenn man einem Bären begegnet": Die richtigen Verhaltensweisen finden sich auch auf der linken Spalte der Homepage http://www.provinz.bz.it/forst/wild-jagd/2724.asp

BISHER: Bär in der Nähe von Laas fotografiert

Seit Tagen gibt es in Laas nur noch ein Gesprächsthema: Ein Bär ist am Nördersberg nicht nur gesehen, sondern auch fotografiert worden.

Sonja Peer aus Tschengls ist ihm am Mittwochabend im Hinterburger Wald auf einer Höhe von etwa 1.400 Metern dem Tier begegnet, ihr Mann Florian hat darauf ein Foto geschossen.

Der Bär ist etwa zwei Jahre alt. „Diese unerwartete Begegnung mit dem Bären hat mich beeindruckt“, erzählt Florian Peer aus Tschengls gegenüber dem Tagblatt Dolomiten.

Nachdem das Tier in Tarnell – einem Weiler oberhalb von Laas – und später auch von einem Radfahrer beim Tschenglser Bach gesehen worden war, beschloss er, etwas zu unternehmen. Peer selbst verfügt nämlich im Hinterburger Wald einen Bienenstand.

Am Mittwochabend fuhr Florian Peer gegen 20.00 Uhr mit seiner Frau Sonja dort hin. „Ich wollte ein Radio aufstellen, damit der Bär durch die Musik nicht dem Bienenstand zu nahe kommt“, erklärt Peer gegenüber den „Dolomiten“.

Seine Frau habe beschlossen, auf dem Waldweg einen Spaziergang zu machen. Nach wenigen Minuten kam sie jedoch aufgeregt zurück und erklärte, dass ein Bär in Sichtweite auf dem Weg liege.

Zunächst wollte das Ehepaar Schutz im Auto suchen. Doch dann siegte die Neugier. Mit einer Fotokamera ging Florian Peer zur Kurve auf dem Waldweg – und tatsächlich: Dort lag der Bär.

Peer, der ehemaliger Berufsfotograf ist, hat sich „bis auf 50 Meter herangewagt und dann dreimal hintereinander abgedrückt“, wie er laut „Dolomiten“ erzählt. Anschließend sei er rasch zum Wagen zurückgekehrt. Für Peer handelt es sich wohl um den Schnappschuss seines Lebens.

Von: ©lpa/mk

Bezirk: Vinschgau