Autorennen vor Cineplexx beschäftigt die Staatsanwaltschaft

Beschleunigungsrennen oder “Verrücktheit”?

Samstag, 20. Juni 2015 | 16:38 Uhr

Bozen – Der Vorfall war vielbeachtet: Einige Kinobesucher waren Anfang April nach dem neuen Streifen „Fast & Furious 7“ so erregt von potenten Motoren und heißen Drifts, dass sie sich in der Schlachthofstraße vor dem Cineplexx in Bozen zu einem sogenanntes „Street Race“ hinreißen ließen.

Rennen gefilmt

Weil das illegale Beschleunigungsduell mit zwei Autos der Marke BMW gefilmt wurde und auf Facebook landete, hatte die Stadtpolizei bei ihren Ermittlungen leichtes Spiel und forschte die beiden mutmaßlichen Autolenker aus.

Wie der Vizekommandant des Bozner Stadtpolizeikorps Martin Schwienbacher gegenüber Südtirol News im April erklärt hat, handelt es sich dabei um zwei junge Männer – beide um die 30 Jahre alt.

Beschleunigungsrennen oder "Verrücktheit"?

Die Ermittlungsergebnisse wurden der Staatsanwaltschaft weitergeleitet, die die beiden Männer Medienberichten zufolge ins Ermittlungsregister eingetragen hat.

Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Männern den Verstoß gegen Artikel 9 der Straßenverkehrsordnung vor. Darin wird Autofahrern untersagt, Rennen auf öffentlichen Straßen zu veranstalten.

Ein Blick in den Straßenverkehrskodex reicht, um festzustellen, dass den beiden Männern eine harte Strafe ins Haus stehen könnte, und zwar eine Haftstrafe bis zu einem Jahr, eine Geldstrafe bis zu 20.000 Euro, die Aussetzung des Führerscheins bis zu drei Jahren und die Beschlagnahme der verwendeten Fahrzeuge.

Verteidigung: War kein echtes Rennen

Gelingt es der Verteidigung aber nachzuweisen, dass es mehr ein „Gag“ als ein Beschleunigungsrennen war, so könnte die Sache für die beiden Autolenker noch glimpflich ausgehen.

Der Anwalt der beiden Autolenker wird vermutlich eine Verteidigungsschrift hinterlegen, in der beschrieben wird, dass es sich nicht um ein Autorennen, sondern lediglich um leichte Anfahrmanöver mit durchdrehenden Rädern und aufheulenden Motoren gehandelt hat.

Schwenkt die Staatsanwaltschaft auf die Linie der Verteidigung ein, könnte die Sache mit einer Verwaltungsstrafe erledigt sein. Jener Autolenker, der links unterwegs war, könnte wegen Fahrens auf der Gegenfahrbahn belangt werden.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen