Rispoli hat Ex-Strabag-Chef Haselsteiner ins Visier genommen

Besteht eine Steuerschuld von acht Mio. Euro?

Freitag, 17. Juli 2015 | 12:00 Uhr

Bozen – Der frühere Strabag-Chef und Ex-Abgeordnete zum österreichischen Nationalrat Hans Peter Haselsteiner muss sich ab dem 5. November vor Gericht verantworten.

Der Leitende Staatsanwalt Guido Rispoli kam nach zweijähriger Ermittlungsarbeit zu dem Schluss, dass Haselsteiners Haus in Moritzing nicht Feriendomizil, sondern sein Hauptwohnsitz sei. Damit greife das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Österreich und Italien.

Wie das Tagblatt Dolomiten schreibt, betrifft es Personen, die in einem Vertragsstaat oder in beiden ansässig sind. Als ansässig gilt eine Person dann, wenn sie nach dem Recht dieses Staates dort aufgrund ihres Wohnsitzes, ihres ständigen Aufenthaltes, des Ortes ihrer Geschäftsleitung oder eines ähnlichen Merkmals steuerpflichtig ist.

Laut Anklage habe Haselsteiner verschiedene Einkünfte aus den Jahren 2007 bis 2012 nicht in seiner Einkommenssteuererklärung angeführt. Sie betreffen Land- und Immobilienbesitz, Arbeit, Pensionen und diverse Kapitalerträge. Rispoli rechnet vor, dass Haselsteiner dem italienischen Fiskus über acht Millionen Euro schuldig sei.

Er hat Haselsteiner das Hauptverfahren beantragt, welches am 5. November beginnen soll.

Hans Peter Haselsteiner gibt sich gegenüber den „Dolomiten“ gelassen. Er habe seinen Hauptwohnsitz nicht in Südtirol und sei höchstens 40 Tage im Jahr im Lande. Das könne er anhand der Flugaufzeichnungen genau nachweisen.

Für Haselsteiner gilt die Unschuldsvermutung.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen