Preis des Busbahnhofs ein Schnäppchen

Bozen: Stadt schenkt Benko 88 Millionen Euro

Mittwoch, 17. Juni 2015 | 12:20 Uhr

Bozen – Die Stadt Bozen verzichtet laut einem Bericht des Tagblatts Dolomiten gegenüber dem Innsbrucker Investor René Benko und seiner Kaufhaus Bozen GmbH auf rund 88,1 Millionen Euro.

Allein beim Kaufpreis kassiert die Stadt 68,6 Millionen Euro zu wenig. Für die Kubatur des Busbahnhofs samt Oberflächenrecht am Bahnhofspark, die rund 197.000 Kubikmeter ausmacht, zahlt Benko 98,4 Millionen Euro, was einer Summe von 500 Euro pro Quadratmeter entspricht. Für die Kubatur der Privaten, die Benko bereits in seinen Besitz gebracht hat, zahlte er dagegen 52,8 Millionen Euro. Das sind im Vergleich 847 Euro pro Kubikmeter.

Hätte die Stadt besser verhandelt, müsste Benko nicht 98,4, sondern 167 Millionen Euro bezahlen. Doch Benko kommt noch günstiger davon. Von den 98,4 Millionen werden 27 Millionen Euro an Erschließungskosten abgezogen, die für die Kosten für neue Strom-, Wasser und Telefonleitungen, eine neue öffentliche Beleuchtung, Leitungen für Abwasser und Trinkwasser, Gas und Fernheizung sowie den Bau der Untertunnelung der Südtiroler Straße veranschlagt sind.

Im Normalfall müsste Benko mindestens die Hälfte dieser Kosten selbst berappen, denn die Erschließung ist keineswegs allein im öffentlichen Interesse, schreibt das Tagblatt Dolomiten.

Zusätzlich darf Benko durch die bewusst so gestaltete Bauweise im Untergeschoss des Projekts bei einem unterirdischen Bauvolumen von 30.000 Kubikmetern eine Detailhandelsfläche von rund 3.800 Quadratmetern einrichten. Dies ist nur durch den Kauf der Fläche des Busbahnhofs von der Gemeinde möglich. Müsste Benko für diese Detailhandelsfläche die vorgesehene Abgabe von 200 Euro pro Kubikmeter bezahlen, wären noch einmal sechs Millionen fällig.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen