Beachtliche Summe von 60.000 Euro

Bozen: Transsexueller muss Steuern nachnachzahlen

Mittwoch, 08. April 2015 | 07:50 Uhr

Bozen – 343.000 Euro soll „Lady Pantera“ alias Chris Molinari durch Prostitution in Bozen von 2008 bis 2012 eingenommen haben. Nach einer Kontrolle vonseiten der Finanzpolizei wurde der brasilianische Transsexuelle zu einer Steuernachzahlung in der Höhe von 60.000 Euro verdonnert. Laut einem Bericht der Tageszeitung Alto Adige wurde nun sein Rekurs, den er in beim Finanzgericht in Bozen eingereicht hatte, teilweise angenommen.

Ursprünglich war dem Transsexuellen wegen der Steuervergehen auch eine Geldbuße von 75.000 Euro aufgebrummt worden. Das Finanzgericht hat nun zwar bestätigt, dass auch Einkünfte durch sexuelle Dienstleistungen versteuert werden müssen. Die Geldbuße wurde allerdings gestrichen.

Laut Alto Adige hatte das Strafgericht in Bozen bereits vor Jahren die Betreiber eines Appartementhauses, wo ebenfalls Prostituierte ihre Dienste anboten, wegen mangelnder Steuererklärung verurteilt. Das Urteil war später vom Kassationsgericht in Rom bestätigt worden und wurde damit zu einem Präzedenzfall. Demnach müssen sämtliche Einkünfte – egal durch welche berufliche Tätigkeit – versteuert werden.

Im Gegensatz zu Zuhälterei ist Prostitution zwar nicht illegal, verstößt aber gegen die „Sittlichkeit“. Weil sich die Einkünfte nicht genau beziffern lassen, verzichtete das Finanzgericht auf die zusätzliche Geldstrafe, die in anderen Fällen fällig würde.

Doch wie wird der Umsatz von einer Person, die sich prostituiert, berechnet? Immerhin werden den Freiern keine Kassenbelege ausgestellt. In diesem Fall wird eine Schätzung auf Grundlage der Summen auf dem Bankkonto und des angehäuften Vermögens vorgenommen. Die Beweislast dreht sich damit um und die betroffene Person hat im Nachhinein die Möglichkeit, Belege zu liefern, dass das Geld nicht versteuert werden musste – etwa, weil es sich um geschenktes oder geerbtes Vermögen handelt.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen