Überwachungskameras liefern keine Ergebnisse

Brandbomben: Anti-Terror-Staatsanwaltschaft ist bereit

Dienstag, 28. April 2015 | 07:55 Uhr

Bozen – Neben den Behörden aus Bozen ermittelt jetzt auch die Trienter Anti-Mafia und Anti-Terror-Staatsanwaltschaft DDA zu den Brandbomben, die in einem Schnellzug am Bahnhof von Bozen entdeckt wurden.

Medienberichten zufolge, werden die Ermittler aus Trient von ihren Kollegen in Bozen über den Stand der Untersuchung informiert.

Die Ermittlungshypothesen reichen derzeit vom mutwilligen Auslösen eines Alarms über versuchte Brandstiftung bis hin zu einem versuchten Attentat.

Sollte sich tatsächlich der Verdacht erhärten, dass es sich um eine Tat mit terroristischem Hintergrund handelt, würde die DDA das Ruder in diesem Fall übernehmen.

Der Bozner Staatsanwalt Andrea Sacchetti ermittelt derzeit wegen Sachbeschädigung mit Brandabsicht – unter erschwerenden Umständen, weil die Tat am Bahnhof begangen wurde.

Dafür sieht das Strafgesetzbuch eine Haftstrafe von sechs Monaten bis hin zu drei Jahren vor.

Angeblich lieferte die Auswertung der Überwachungskameras bislang kein konkretes Ergebnis. Auch Fingerabdrücke auf den mit Benzin gefüllten Plastikflaschen wurden nicht entdeckt.

Die Ermittlungen laufen weiterhin in alle Richtungen.

WAS BISHER BERICHTET WURDE (27.4.2015)

Wie berichtet, wurden im Führerhaus eines Freccia-Schnellzuges in Bozen am Samstag vor der Abfahrt sechs Molotow-Cocktails entdeckt. Glücklicherweise sind die Sprengkörper nicht losgegangen. Laut Medienberichten laufen nun die Ermittlungen vonseiten der Bozner Staatsanwaltschaft auf Hochtouren.

Jene Passagiere, die ein Ticket für den ausgefallenen Zug hatten, wurden mit einem Regionalzug nach Verona gebracht und konnten dort mit einem anderen Schnellzug in die italienische Hauptstadt fahren.

Die Ermittler setzen jetzt auf die Aufnahmen der vielen Videokameras am Bahnhofsareal. Die Aktion im Zug, der in Richtung Rom unterwegs war, sollte womöglich eher erschrecken als verletzten oder zerstören, rechnen die Ermittler. Auf der Außenseite der Lok wurden nämlich ein rotweißes Absperrband und ein Zettel mit der Aufschrift „Esplode“ gefunden.

Bei den Brandbomben handelte es sich im Wesentlichen um sechs mit Benzin gefüllte Plastikflaschen mit einem Volumen von 1,5 Litern, die auf zwei schwarze Müllsäcke aufgeteilt waren. Außerdem waren Benzinwürfel, eine Zündholzschachtel sowie vier Wunderkerzen vorhanden, die als Zünder hätten fungieren sollen. 

Die Täter hatten eine Scheibe des Führerhauses eingeschlagen und die Flaschen möglicherweise an einem Seil ins Innere gehievt. Wie sie sich Zugang zur Bahnhofsremise verschaffen konnten und ob sie dabei gefilmt wurden, wird möglicherweise schon in den kommenden Tagen klar sein.

Die Ermittlungshypothesen reichen derzeit vom mutwilligen Auslösen eines Alarms über versuchte Brandstiftung bis hin zu einem versuchten Attentat. Bekennerschreiben wurde bislang allerdings keines entdeckt.

WAS BISHER BERICHTET WURDE (25.04.2015)

In einem Freccia-Schnellzug in Bozen wurden am Samstag vor der Abfahrt sechs Molotow-Cocktails entdeckt.

Medienberichten zufolge sollte der Zug um 7.11 Uhr von Bozen nach Rom abfahren.

Der Zug befand sich noch auf den Abstellgleisen in der Remise des Bahnhofs, als die Brandbomben vom Lokführer im Führerhaus gefunden wurden.

Offenbar drangen bisher unbekannte Personen auf das Gelände ein, schlugen eine Seitenscheibe der Lokomotive ein und deponierten den Brandsatz im Inneren.

Auf der Außenseite der Lok fand der Zugführer einen Zettel mit der Aufschrift „esplode“.

Im Führerhaus stieß er dann auf sechs mit Benzin gefüllte Plastikflaschen, die auf zwei schwarze Müllsäcke aufgeteilt waren. Außerdem waren Benzinwürfel, eine Zündholzschachtel sowie vier Wunderkerzen vorhanden, die als Zünder hätten fungieren sollen.

Medienberichten zufolge brannten die Wunderkerzen aber nicht zur Gänze ab, sodass die Zündvorrichtung stoppte.

Ersten Informationen zufolge dürfte es sich um eine demonstrative Aktion handeln. 

Die sechs mit Benzin gefüllten Behälter wurden von den Sprengmeistern der Ordnungshüter entschärft. Wegen der Brandgefahr war auch die Feuerwehr im Einsatz.

Die Ermittler werten nun die Bänder der Überwachungskameras aus. Diese könnten die Täter aufgenommen haben. Die Ermittlungen laufen derzeit in alle Richtungen. So wird nicht ausgeschlossen, dass es sich um eine „No-Tav“-Aktion oder um eine anarchistische motivierte Tat handeln könnte. Aber auch ein Protest gegen das Aufgreifen von Flüchtlingen in Zügen wird in Betracht gezogen.

Jene Passagiere, die ein Ticket für den ausgefallenen Zug hatten, wurden mit einem Regionalzug nach Verona gebracht und konnten dort mit einem anderen Schnellzug in die italienische Hauptstadt fahren.

Von: ©lu/mk

Bezirk: Bozen