Damit die sommerliche Grillparty ein vergnügtes Fest bleibt

Brandschutztipps für ungetrübte Grillfreuden

Freitag, 26. Juni 2015 | 15:26 Uhr

Bozen – Grillgeräte sind aus dem Leben der Eigenheim- und Gartenbesitzer nicht mehr wegzudenken. Auch auf Campingplätzen und beim Wochenendausflug zählt der Holzkohle-Grill im Sommer zum Inventar.

Damit die sommerliche Grillparty ein vergnügtes Fest bleibt und nicht zu einem Brandunfall gerät, erinnert die Bozner Berufsfeuerwehr an folgende wichtige Regeln, die es zu beachten gilt: den Grill immer auf festen Untergrund stellen und auf einen sicheren Abstand zu brennbaren Materialien achten.

Die Grillstelle sollte niemals in einer Holzgartenlaube, in einem Zelt, auf Holzfußböden, im Wald oder Waldnähe, in geschlossenen Räumen oder auf dem Balkon errichtet werden. Zudem sollte man den Grill nie unbeaufsichtigt lassen. „Achten Sie besonders darauf, dass keine Kinder im Grillbereich spielen!“, erklärt die Berufsfeuerwehr.

Das Anzünden der Holzkohle erfordert Zeit und Geduld, man sollte Holzkohle niemals mit Benzin oder Spiritus entzünden. Beide Flüssigkeiten verdampfen in der Sommerhitze sehr schnell und bilden eine Dampfwolke, die beim Entzünden verpuffungsartig abbrennt. Dabei können sich umstehende Personen schwerste Brandverletzungen zuziehen.

Brennbare Flüssigkeiten, wie etwa Spiritus sollte man nie in glühende oder brennende Grillkohle schütten. Besonders gefährlich ist es, brennbare Flüssigkeiten aus einer Flasche in den Grill zu spritzen. Es besteht die Gefahr der Rückzündung, da in der Flasche sich immer etwas Flüssigkeitsdampf befindet. Dieser dehnt sich dann schlagartig aus und verspritzt die gesamte brennbare Flüssigkeit über den Grill, ein fünf bis zehn Meter langer Flammenstrahl kann die Folge sein.

Außerdem sollte man immer mit Grillhandschuh oder langer Grillzange arbeiten. „Achten Sie darauf, dass Sie möglichst keine Kunstfasertextilien beim Grillen tragen“, so die Berufsfeuerwehr.

Bei der Verwendung eines Gasgrills sollte man vorher prüfen, ob die Anschlüsse dicht sind. Der Verbindungsschlauch und die Gasflasche darf bei Grillen nicht der Hitze ausgesetzt werden.

„Grillen Sie möglichst nicht bei starkem Wind!“, so die Berufsfeuerwehr. Es besteht die Gefahr, dass Glut verweht wird oder ein Gasgrill erlischt und Gas weiterhin unkontrolliert austritt.

Abtropfendes Fett kann sich entzünden, deshalb sollte man Fettauffangschalen aus nichtbrennbarem Material verwenden. Entzündet sich das Fett, sollte man es nie mit Wasser bekämpfen. Fettbrände bei einem brennenden Grill sollte man stattdessen mit einer Löschdecke ersticken oder mit einem Pulverfeuerlöscher bekämpfen.

„Sollte es zu Brandverletzungen kommen, kühlen Sie diese sofort über einen längeren Zeitraum mit kaltem Wasser (kein Eiswasser!) und rufen Sie Hilfe!“, rät die Feuerwehr. Bei Kindern und Erwachsenen gilt: Eine Brandverletzung ist ein Fall für den Notarzt. „Decken Sie die Wunde nach der Kühlung möglichst keimfrei ab. Verwenden Sie jedoch niemals Haushaltsmittel wie Mehl oder Ähnliches“, so die Berufsfeuerwehr.

Grillkohle und Asche sollte man erst entsorgen, wenn diese völlig erkaltet sind, und sie niemals in Kartons oder in andere brennbare Behälter füllen.

Besondere Vorsicht gilt natürlich, wenn Kinder beim Grillen dabei sind. Denn Kinder sind neugierig. Feuer ist für sie etwas ganz Besonderes: Es raucht, es zischt, da tut sich was! Doch leider kommt es immer wieder vor, dass Kinder beim Grillen schwer verletzt werden.

Die Gründe: Kinder können die Gefahr nicht einschätzen. Erwachsene sind häufig auch unachtsam. Sie konzentrieren sich auf das Feuer und vergessen dabei, auf die Kinder aufzupassen – oder: Erwachsene verwenden oft gefährliche Hilfsmittel zum Entfachen des Feuers (z. B. Benzin, Petroleum oder Spiritus).

Im Gebrauch von brennbaren Flüssigkeiten liegt jedoch die häufigste Ursache schwerer Unfälle beim Grillen. Es werden Dämpfe frei, die sich durch die Hitze und das Feuer explosionsartig entzünden und eine Stichflamme erzeugen. Diese ergreift nur zu oft die Kinder, die in der Nähe des Grillfeuers stehen. Es kommt zu schwersten, lebensgefährlichen Verbrennungen. Oft bleiben lebenslang Narben zurück.

Deswegen rät die Berufsfeuerwehr zu äußerster Vorsicht beim Grillen. Man sollte immer die Kinder im Blickfeld haben und nur ungefährliche Grillanzünder benutzen, die es überall zu kaufen gibt. Außerdem sollte man frühzeitig die Kinder über die Gefahren beim Grillen aufklären und ihnen durch gutes Beispiel zeigen, wie man richtig mit dem Grillfeuer umgeht.

Werden diese Tipps befolgt, steht einem fröhlichen Grillnachmittag oder -abend nichts mehr im Wege.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen