Sterzinger Verkehrspolizeichef Mock wirft Vorschläge ein

Bremsen Schock-Schilder rasende Biker ein?

Mittwoch, 29. Juli 2015 | 12:00 Uhr

Bozen – Südtirols Straßen haben in diesem Jahr bereits einen hohen Blutzoll gefordert. Schon 13 Motorradfahrer sind bisher bei Unfällen ums Leben gekommen, genau so viele wie im gesamten vergangenen Jahr. Auffällig: In Südtirol gibt es im Vergleich zum größeren Nordtirol deutlich mehr Tote. Dort wurden 2014 lediglich sechs Motorradtote gezählt.

Bei den meisten Todesopfern handelt es sich um männliche Touristen. Dabei spielt riskantes Fahrverhalten gepaart mit mangelndem Fahrvermögen eine Rolle.

Peter Mock, der Chef der Verkehrspolizei Sterzing, spricht sich für wirkungsvollere, auffälligere Warnschilder aus. Diese könnten ruhig aggressiver sein und sollten ein wenig schocken. Außerdem plädiert er dafür, dass Motorradfahrer zumindest alle zwei Jahre einen Kurs absolvieren müssen.

Gegenüber dem Tagblatt Dolomiten betont Mock, dass Strafen wegen überhöhter Geschwindigkeit wenig bringen. Manche Motorradfahrer versuchen sogar, sich der Polizeikontrolle zu entziehen und fahren Vollgas davon, sagt Mock. Solche Motorradfahrer zu verfolgen, sei gefährlich.

Dennoch: Eine gute Präsenz der Ordnungshüter auf den Passstraßen sei zielführend, auch wenn sich die Biker dann gegenseitig warnen.

Eine weitere Gefahrenquelle ist die mangelnde Erfahrung vieler Motorradtouristen. Sie hätten oftmals keine Ahnung, was es bedeutet, eine Bergstraße zu befahren. Als Beispiel nennt Mock Norddeutsche. „Sie können nicht Kurven fahren – und fallen in den Kurven um.“ Südtiroler hingegen würden manche Straßen zu gut kennen und seien deshalb zu schnell unterwegs.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen