Kennzahlen werden in Zeiten der Krise nicht mehr erhoben

Bruttosparquote der privaten Haushalte

Donnerstag, 16. Juli 2015 | 13:05 Uhr

Bozen – In Zeiten der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise wird das Sparen immer schwieriger. Die Kennzahl der Bruttosparquote war in den vergangenen Jahren ein wichtiger Indikator wie viel die Bürger auf die hohe Kante legen konnten. Die Bruttosparquote der privaten Haushalte setzt sich aus der Division des Bruttosparens durch das verfügbare Bruttoeinkommen zusammen. Beim Bruttoeinkommen wird der Wert von den betrieblichen Versorgungsansprüchen bereinigt und das Bruttosparen umfasste jenen Teil des Einkommens, der nicht für den Konsum vorgesehen ist. In den letzten vier Jahren wurden keine Daten mehr erhoben. Der Freiheitliche Fraktionssprecher im Landtag, Pius Leitner, forderte eine Auskunft, wie sich die Sparquote in den letzten Jahren entwickelt hat. Die Antwort spricht laut den Freiheitlichen eine deutliche Sprache.
 
„Seit dem Jahr 2011 liegen keine entsprechenden Angaben über die Sparbildung in Südtirol vor“, unterstreicht der Freiheitliche Landtagsabgeordnete Pius Leitner einleitend. „Der letzte erhobene Wert lag damals bei einer Quote von 18,1 Prozent, während er auf gesamtstaatlicher Ebene bei etwa 10,7 Prozent angesetzt wurde. Der Wert in Italien hat sich bis heute kaum verändert. Da für Südtirol keine Angaben mehr vorhanden sind und die Daten nicht vorliegen, kann eine deutlich schlechtere Quote gegenüber der letzten Erhebung nicht ausgeschlossen werden. Die steigende Inflation, immer neue Steuern und wachsende finanzielle Belastungen zehren an den Spareinlagen der Südtiroler. Die Auswirkungen der Haushaltssanierungspolitik, die trotzdem zu einem rapiden Anstieg der Staatsschulden auf nun 2.218,2 Milliarden Euro geführt hat, müssen erhoben werden“, legt Leitner dar.
 
„In Italien betrug die Bruttosparquote der privaten Haushalte – laut der Europäischen Statistikbehörde – im Jahr 2004 noch 15,0 Prozent, während sie bis zum Jahr 2014 auf einen Wert von 11,0 Prozent gefallen ist. In Deutschland hingegen bewegen sich die Werte konstant zwischen 17,0 und 16,3 Prozent“, vergleicht der Freiheitliche Landtagsabgeordnete.
 
„Ministerpräsident Matteo Renzi hat angekündigt, neue Schulden verzeichnen zu wollen, womit die Verschuldung Italiens künftig weiter zunimmt. Italien hat gemessen an der Wirtschaftsleistung bereits heute die zweitgrößte Staatsschuldenlast aller Euro-Länder nach Griechenland. Darunter leidet früher oder später die Sparmöglichkeit der Bürger, wenn die Belastungen zunehmen“, hält Pius Leitner abschließend fest.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen