Schwimmen für muslimische Frauen möglich

Burkini im Lido in Bozen erlaubt

Mittwoch, 22. Juli 2015 | 22:37 Uhr

Bozen – Im Lido in Bozen ist der sogenannte Burkini erlaubt. Damit ist ein zweiteiliger Schwimmanzug für muslimische Frauen gemeint, der den strikten Glaubensvorschriften im Islam entsprechen soll.

Der Begriff Burkini ist ein Kofferwort und wird aus Burka und Bikini zusammengesetzt.

Diese Art von Badeanzug ermöglicht es, islamischen Frauen ein Bad zu nehmen. Beim Burkini bleiben nur Gesicht, Hände und Füße unbedeckt.

Der Schnitt des Burkini gleicht dem eines Anzugs mit integrierter Haube, wie sie Eisschnellläufer tragen, und er besteht aus Elastan, einer eine äußerst dehnbaren Chemiefaser.

Mair: Emanzipation statt Burkini

"Besser als darüber zu diskutieren, ob ein Burkini im Bozner Lido nun erlaubt sei oder nicht, wäre es muslimischen Frauen endlich zur Emanzipation anzuleiten", sagt die freiheitliche Landtagsabgeorndete Ulli Mair in einer ersten Reaktion auf die diesbezügliche Berichterstattung. "Im 21. Jahrhundert sollte in allen Bereichen weiter gegen die Unterdrückung der Frauen gearbeitet werden, statt sie zu manifestieren", so Mair.

Falsch verstandene Toleranz helfe mit, ein Frauenbild in Europa zu verbreiten, das nicht den Prinzipien einer aufgeklärten Gesellschaft entspreche, so Mair. Insbesondere bei der jüngeren Generation von Zuwanderinnen könne sie das Argument der Burkini-Befürworter nur schwer nachvollziehen, dass diese Form der Badebekleidung ebenso wie eine Burka tatsächlich überwiegend mit Begeisterung getragen werde, so Mair. Hier seien vor allem auch jene "GutmenschInnen vom Dienst in den Reihen von SVP und Grüne" gefragt, die bei jeder anderen passenden oder unpassenden Gelegenheit Zeter und Mordio schreien würden.

Abgesehen von geltenden Hygiene- und Sicherheitsstandards, sei der Burkini auch geeignet, das Empfinden nichtmuslimischer Badegäste zu stören, so Mair. In Südtirol sei ein Burkini nicht ortsüblich, solle das auch nicht werden und sei daher strikt abzulehnen. Südtirol nehme für sich nur das gleiche Recht in Anspruch, wie dies unter umgekehrten Vorzeichen in muslimischen Ländern ja auch der Fall sei.

Sonderregelungen für Integrationsunwillige in Schwimmbädern seien ebenso abzulehnen wie muslimische Badetage, an denen Südtirolern der Zutritt in öffentliche Bäder verwehrt werde. Dies sei zwar bisher hierzulande noch nicht Realität, aber die logische Konsequenz des Kniefalls vor dem Islam, so Mair.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen