Fifa-Skandal schwappte mit ihm nach Südtirol

Burzaco könnte sich gegen Auslieferung wehren

Donnerstag, 11. Juni 2015 | 08:33 Uhr

Bozen – Im Zuge des Fifa-Skandals wurde er vom FBI und Interpol gesucht. Vor zwei Tagen stellte sich Alejandro Burzaco (50) bekanntlich den Behörden in Bozen.

Es stellte sich natürlich die Frage, warum er gerade Südtirol dafür auserkoren hat. Medienberichten zufolge dürfte zumindest hinter der Wahl des Staates Kalkül stecken.

Weil Burzaco über einen italienischen Pass verfügt, könnte er sich gegen eine Auslieferung in die USA wehren und – wie es das italienische Recht vorsieht – in Italien wegen der Korruptions- und Geldwäschevorwürfe vor Gericht treten.

Doch auch in diesem Fall könnte das Verfahren gegen Burzaco in den USA in Abwesenheit aufgenommen werden.

Derzeit hält sich der argentinische Unternehmer in einer Villa bei Bozen auf. Er steht unter Hausarrest. Das Haus dürfte er schon vor seiner Verhaftung ausgewählt haben, um die offiziellen Prozeduren abzuwarten.

WAS BISHER BERICHTET WURDE (10.6.2015)

Der argentinische Unternehmer Alejandro Burzaco (51), der von den US-Behörden wegen Korruption im Zusammenhang mit dem Fifa-Skandal gesucht wird, hat sich heute Vormittag der Polizei in Bozen gestellt.

Er wird der Geldwäsche im Rahmen des An- und Verkaufs der Übertragungsrechte von Fußballspielen beschuldigt.

Der TV-Unternehmer wurde Medienberichten zufolge von Interpol gesucht, nachdem er einer Verhaftung in Zürich entgehen konnte. Seit dem 1. Juni lag gegen ihn ein Haftbefehl.

Am Dienstag wurde er in Begleitung von zwei Anwälten bei der Polizei in Bozen vorstellig. Er soll in die USA ausgewiesen werden. Ihm drohen angeblich 30 Jahre Haft.

Noch am Vormittag wurde er ins Gefängnis gebracht, am Nachmittag war er bereits im Hausarrest im Hotel Greif. Über die Gründe, warum er sich ausgerechnet in Bozen aufgehalten hat, wollte sich Burzaco nicht äußern. Er verfügt wegen seiner italienischen Wurzeln aber über einen italienischen Pass.

Indiskretionen zufolge solll sich der Argentinier zudem ein Haus in der Nähe von Bozen angemietet haben, um dort auf seine Ausweisung zu warten.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen