Er wirft sich vor das rasende Auto

Carabiniere rettet Passantin vor Dealer auf der Flucht

Freitag, 24. Juli 2015 | 16:12 Uhr

Prad – Die Carabinieri haben in Prad einen 30-jährigen mutmaßlichen Drogendealer überführt. Dabei war die Festnahme alles andere als einfach. Um zu flüchten, nahm der Mann in Kauf, dass Ordnungshüter und auch andere Personen ernsthaft verletzt wurden.

Die Carabinieri hatten erfahren, dass eine beachtliche Menge an Drogen, die zum Verkauf im Vinschgau bestimmt waren, übergeben werden sollte. Also hefteten sie sich an des Mannes Fersen und beobachteten seine Wohnung in Prad.

Am Donnerstag in den frühen Morgenstunden stieg der mutmaßliche Dealer, der von Beruf Koch ist, in seinen Wagen. Als er von den Carabinieri aufgehalten werden sollte, war dem Mann offenbar bewusst, dass die Ordnungshüter erdrückende Beweise für seine illegalen Aktivitäten finden würden.

Mit seinem Wagen vollführte er eine Reihe von gefährlichen Manövern und nahm auch in Kauf, dass sich die Ordnungshüter hätten verletzen können. Im selben Augenblick überquerten auch zwei Frauen die Straße. Um die beiden nichtsahnenden Passantinnen vor dem Wagen zu schützen, warf sich ein Carabiniere instinktiv vor den Pkw.

Durch die mutige Geste war der Fahrer gezwungen, noch einmal Richtung zu ändern. Allerdings wurde der Carabiniere vom Pkw gestreift und sein Fuß geriet unter den Reifen. Der Beamte stürzte zu Boden und zog sich Verletzungen am Arm und Fußgelenk zu, während der mutmaßliche Dealer weiterhin mit hoher Geschwindigkeit türmte.

Während er durch die Gegend raste, warf er einen Umschlag aus dem Fenster, in dem sich 80 Gramm Kokain befanden. Der Verkaufswert wird auf 4.000 Euro geschätzt.

Dummerweise befand sich auf der Strecke eine weitere Straßenblockade der Carabinieri und diesmal konnte der 30-Jährige gestoppt werden. Auch der Umschlag wurde sichergestellt.

Die Carabinieri entdeckten außerdem eine Präzisionswaage sowie weitere Mengen an Haschisch, Marihuana und Kokain. Der Mann, der noch keine Vorstrafen hat, wurde zunächst in den Hausarrest überstellt.

Am Freitagvormittag wurde er im Rahmen eines Schnellverfahrens zu drei Jahren und sechs Monaten Haft sowie zu einer Geldstrafe von 12.000 Euro verurteilt. Der Mann hat sich vor Gericht auf einen Vergleich eingelassen.

Von: ©mk

Bezirk: Vinschgau