Lega Nord, Schützen und SHB verurteilen Fahnenzerstörung

Carabinieri identifizieren “Fahnen-Schänder”

Dienstag, 16. Juni 2015 | 15:39 Uhr

Leifers – Die Carabinieri haben die Urheber ausgeforscht, die die Tiroler Fahne am „Gampnerknott“ bei Leifers in Brand gesteckt haben.

Sofort nach der Anzeige wurde die Ermittlungen aufgenommen, Bilder von Überwachungskameras überprüft und Zeugen vernommen.

Indem kontrolliert wurde, wer bei den Ortseingängen zur besagten Zeit verbeigekommen ist, konnte die Zahl der möglichen Verdächtigen eingekreist werden.

Zwei Arbeitslose in Leifers, ein 18- und ein 19-Jähriger, legten schließlich ein Geständnis ab.

Laut Carabinieri handelte es sich um einen Vandalen-Akt, der nicht geplant war, sondern spontan durchgeführt wurde. Um die Fahne anzuzünden wurde ein normales Feuerzeug verwendet. Die beiden wurden wegen Sachbeschädigung angezeigt.

BISHER (15.06.2015): Tiroler Landesfahne in Leifers "geschändet"

Seit Wochen war die Schützenkompanie Leifers mit der Errichtung eines neuen Fahnenmasts beschäftigt. Aus mehreren Stahlrohren wurden zwei Teile zusammengeschweißt und lackiert.

Am „Gampnerknott“ oberhalb von Leifers hinter dem Kreuz hoben die Schützen ein Loch aus und gossen ein Fundament ein.

Am Wochenende war es dann so weit: Mit 20 Mann wurden die zwei Teile zum Aufstellpunkt gebracht, zusammengeschweißt und am Samstagvormittag mit Muskelkraft und Seilzug emporgehoben. 18 Meter ragt der Fahnenmast in die Höhe und war von fast ganz Leifers aus sichtbar.

Wegen der gestrigen Herz-Jesu-Feier wurde auch sogleich die zwölf Meter Lange und 2,80 Meter Breite Tiroler Fahne gehisst, die von der bisherigen Gemeinderatspräsidentin Sieglinde Fauster gestiftet wurde.

Schock am Montagmorgen

Heute früh die schockierende Überraschung: Der Mast war leer.

Nach einem Lokalaugenschein der Schützen stand fest, was geschehen war: In der Nacht auf heute wurde das mit einem Schloss gesicherte Stahlseil durchgeschnitten, die Fahne zu Boden gelassen und anschließend in Brand gesteckt. Nur einige verbrannte Fetzen blieben zurück.

Von den Tätern fehlt bislang jede Spur. Die Schützenkompanie Leifers hat den bedenklichen Vorfall zur Anzeige gebracht. Die Carabinieri von Leifers ermitteln.

Lega Nord verurteilt Fahnenzerstörung

Carlo Vettori von der Lega Nord Südtirol verurteilt den Vandalenakt in Leifers, bei dem eine Tiroler Fahne geschändet wurde, auf das Schärfste.

"Das Bekenntnis zu Volk und Heimat darf niemals Gegenstand von Vandalenakten sein", so Vettori.

"Das Herz-Jesu-Fest und die Tiroler Fahnen sind Ausdruck der Tradition und des Glaubens dieses Landes, niemand darf dies in den Dreck ziehen! Ich selbst habe an der Bozner Herz-Jesu-Prozession teilgenommen und war beeindruckt von diesem Zeugnis der Heimatliebe und des Glaubens. Wir sprechen jedenfalls der Schützenkompanie Leifers unsere vollste Solidarität aus." Abschließend hofft Vettori, dass die Ordnungskräfte die Schuldigen bald finden mögen. 

Schützenbund spricht Kameraden Solidarität aus

Der Südtiroler Schützenbund spricht seinen Kameraden von der Schützenkompanie Leifers seine volle Solidarität aus. "Und wenn verblendete Chaoten noch so viele Tiroler Fahnen schänden, unsere Liebe zur Heimat bleibt – und die werden wir auch in Zukunft zeigen", so Landeskommandant Elmar Thaler.

"Wir werden der Schützenkompanie Leifers die Fahne ersetzen. Es bleibt zu hoffen, dass der neue Bürgermeister Bianchi so schnell als möglich geeignete Mittel und Wege findet, diesen Vandalenakt aus der Welt zu schaffen und dafür zu sorgen, dass die Leiferer Schützen und mit ihnen alle deutschen Leiferer Vereine von solchen Zuständen in Zukunft verschont bleiben. Wir als Südtiroler Schützenbund stehen jedenfalls fest an der Seite unserer Leiferer Kameraden", so Thaler abschließend.

SHB bietet Ersatz für geschändete Fahne in Leifers an

Der Südtiroler Heimatbund zeigt sich entsetzt über die Schändung der Tiroler Fahne am Gampnerknott oberhalb von Leifers. „Die Tatsache, dass nicht nur das Fahnenseil zerschnitten wurde, sondern auch noch die Fahne verbrannt wurde, ist Beweis dafür, dass es sich hier um eine politische Straftat handelt. Der SHB erklärt sich hiermit spontan dazu bereit, die Kosten für eine neue Fahne zu übernehmen“, schreibt Obmann Roland Lang.

„Sepp Kerschbaumer wurde wegen des Hissens von Tiroler Fahnen vor Gericht gestellt und eingesperrt. In den sechziger Jahren stellte dies eine Straftat dar. Gottseidank haben sich aber die Zeiten geändert. Heute ist die weiß-rote Fahne neben jener Nord- und Osttirols wieder auch jene Südtirols und kann jederzeit gezeigt werden. Anscheinend können es aber einige Ewiggestrige noch immer nicht verkraften, dass in Südtirol die Landesfahne als Bekenntnis zur Heimat nunmehr ohne Einschränkungen ausgehängt werden kann. Nur so ist diese feige Sachbeschädigung und Beleidigung aller Tiroler erklärbar“, schließt Lang.

Von: ©lu/mk

Bezirk: Überetsch/Unterland