CasaPound kündigte Fackelzug an

CasaPound-Protest und Gegendemo in Bozen

Donnerstag, 24. September 2015 | 09:25 Uhr

Bozen – Lautstarke Demonstrationen und Gegendemonstrationen hat es Medienberichten zufolge am Mittwochabend im Park beim Premstallerhof am Bozner Boden gegeben.

70 Anrainer protestierten und behaupteten, Flüchtlinge, die in der ehemaligen Gorio-Kaserne am Bozner Boden untergebracht sind, hätten den Park in Beschlag genommen. Unterstützt wurden sie von der rechtsextremen Bewegung CasaPound.

Rund 30 Personen haben unterdessen bei einer Gegendemonstration teilgenommen, um an Vernunft und an das soziale Gewissen zu appellieren.

Stadtviertelratspräsident Armin Widmann kündigte an, dass das Stadtviertel nun neue Regelungen für die Nutzung des Parks prüfe, um ein respektvolles Miteinander zu ermöglichen.

BISHER (23.09.2015): "Kundgebungen lösen keine Probleme"

Die Organisation CasaPound hat für den heutigen Mittwochabend einen Fackelzug gegen den Verfall, die Prostitution und die Flüchtlingsaufnahme am Bozner Boden angekündigt. "Kundgebungen lösen keine Probleme", appelliert Soziallandesrätin Martha Stocker an einen verantwortungsvollen Umgang mit den Sorgen der Anrainer.

"Ein Fackelzug am Bozner Boden ist mit Sicherheit der falsche Weg, um die Sorgen der Menschen im Stadtviertel ernst zu nehmen und den berechtigten Anliegen der Bürger Rechnung zu tragen", erklärt Landesrätin Stocker. Die Soziallandesrätin verweist auf die Treffen zwischen den Vertretern der Gemeinde Bozen, des Stadtviertelrates und dem Verein Volontarius, bei denen die Ängste und Anliegen der Bevölkerung zur Sprache gekommen sind. Die vorhandenen Schwierigkeiten, welche grundsätzlich die Situation des Stadtviertels betreffen und nur teilweise mit der Flüchtlingsaufnahme zu tun haben, seien durch eine gemeinsame Arbeit und entsprechende, teilweise bereits vereinbarte Maßnahmen zu lösen. Auch müsse die Lage sachlich beschrieben und angegangen werden, ohne die Übertreibungen der vergangenen Wochen. "Eine Kundgebung in dieser Form ist mit Sicherheit die falsche Botschaft und stellt eine Instrumentalisierung der Anliegen, Sorgen und Ängste der Bevölkerung dar", so Stocker, die an die Gesprächsbereitschaft und die gemeinsame Verantwortung für soziale Probleme ebenso wir für die Herausforderungen der Flüchtlingsaufnahme appelliert.

Von: ©mk/lpa

Bezirk: Bozen